Kinder in Malawi stehen strahlend vor einem Maisfeld.

Nachhaltig ernten und sparen

Die Geschichte von Prisca beginnt unerfreulich: Weil sie einen Kredit mit horrenden Zinsen nicht zurückbezahlen konnte, wurde ihr Ackerland gepfändet. Die Mutter dreier Kinder war verzweifelt. Doch dann startete World Relief Malawi in ihrem Wohnort eine Spar- und Leihgruppe. Heute hat Priska nicht nur ihr Land zurückgekauft, sie hat auch unternehmerische Pläne geschmiedet.

Erlebt: Entwicklungschance statt Wucherzinsen

«Dieze» heisst die Spar- und Leihgruppe, von der Priska heute Vorsitzende ist. Der Name bedeutet «lasst es uns versuchen». Aus einem anfänglichen Versuch ist eine erfolgreiche Gruppe geworden. Als die Gruppe im Dezember 2018 das Sparkapital ausschüttet, haben sie 1'100 Franken, verteilt auf 16 Frauen.

Mit ihrem Anteil kaufen Priska und ihr Mann, Saatgut und Dünger und ernten so viel mehr als früher. «Endlich werde ich nicht mehr von Geldeintreibern belästigt, sondern kann wieder in Ruhe leben und kann mich und meine Familie selbst versorgen», strahlt die Mutter. Für sie hat sich aber noch mehr geändert: «Dank der Teilnahme in der Gruppe habe ich gelernt mehr Verantwortung zu übernehmen, Finanzkenntnisse erworben und weiss, wie ich unternehmerisch tätig sein kann.»

Das stellt sie gleich unter Beweis. Die Gruppe möchte künftig Seife herstellen, um diese auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Prisca erinnert deshalb den Projektmitarbeiter daran, dass er ihnen beim nächsten Besuch bitte eine Schulung in der Seifenherstellung halten solle.

Projektinhalt

Das Projekt "nachhaltig ernten und sparen" verbessert das Einkommen von 800 Familien. Die Eltern ernähren sich und ihre Kinder weitgehend durch die Ernte ihrer Felder. Trockenperioden und Überschwemmungen gefährden somit direkt das Leben dieser Familien.

Unsere Partner ermutigen die Eltern Teil einer Spar- und Leihgruppe zu werden. Diese Gruppen werden geschult und sorgfältig begleitet. Sie eröffnen den Mitgliedern die Möglichkeit, Geld anzusparen und geben ihnen die Chance, einen Kleinstkredit aufzunehmen. So können sie beispielsweise zusätzliches Saatgut oder Futtermittel für Tiere erwerben.

In Landwirtschaftsschulen erlernen die Eltern ökologische, regional angepasste Anbaumethoden und Grundlagen der Viehzucht. Dadurch können sie mehr ernten. Daneben erfahren sie, wie sie ihre Arbeit besser planen und Gewinn sinnvoll investieren (Finanz- und Betriebsmanagement). Der gegenseitige Austausch in den Gruppen ist ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Entwicklung und des Lernprozesses.

Partnerorganisation

World Relief Malawi (WRM) arbeitet seit 1989 mit lokalen Kirchen in den Bereichen Nothilfe, Gesundheit und Entwicklung. Das Programm zur Mobilisierung der Kirchen wurde 1999 gestartet. Es war und ist eine effiziente Antwort auf die massive Ausbreitung von HIV/Aids.

WRM ist als Nichtregierungsorganisation registriert und arbeitet eng mit staatlichen, kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen.

Projektgebiet

Das Projektgebiet liegt in Kambwiri im Distrikt Salima. Die Region zählt zu den ärmsten Gegenden des Landes. Die Nähe zu aufstrebenden Tourismuszentren am Malawisee bringt jedoch einen wachsenden Bedarf an landwirtschaftlichen Produkten mit sich. Hier ergibt sich ein interessanter Absatzmarkt.

Projekt-Übersicht

LandMalawi
GebietSalima-Distrikt

Schwerpunkte

Nachhaltige Landwirtschaft,
Mobilisierung von Kirchen,
Aufbau von Spar- und
Leihgruppen, Einkommensförderung

Partner-
organisation

World Relief Malawi