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Südsudan

Projekte und Informationen

Zugang zu guter Schulbildung, besonders für Mädchen. Weiterbildung für Lehrpersonen.
Bildung
Reduktion der Armut in der Region dank aktiver Mithilfe der lokalen Kirchen und Kommunen.
BasisgesundheitEinkommensförderung

 

 

Über den Südsudan

Der Südsudan liegt südlich des Staates Sudan, ist seit 2005 eine autonome Region und seit dem 9. Juli 2011 ein unabhängiger Staat. Der südliche Sudan war über zwei Jahrzehnte Schauplatz eines grausamen Bürgerkriegs. Nach wie vor ist die Sicherheitslage angespannt und die Grenzziehung teilweise unklar. Lesen Sie hier aktuelle Meldungen zur Situation.

 

Zahlreiche Frauen und Mädchen müssen sich allein durchschlagen, weil die Männer im Bürgerkrieg starben. Für viele Familien ist der Brautpreis, häufig Rinder oder Ziegen, eine wichtige Einkommensmöglichkeit. Mädchen werden deshalb oft schon als Zwölfjährige verheiratet und bekommen selbst früh Kinder. Die Bildung bleibt auf der Strecke. Das soll nicht so bleiben.

 

Aktuell: Gewalt und Konflikte im jungen Staat

Ulrich Bachmann, Bereichsleiter intenationale Projektarbeit, berichtet von Kontakten mit Partnern in Südsudan: „In den letzten Tagen und Wochen erhielt ich zu tiefst erschütternde Berichte über die Gräueltaten, die im Jonglei State, im Osten von Südsudan, über die Jahreswende verübt wurden. Die Spirale der Gewalt und Gegengewalt drehte sich in den letzen Monaten immer schneller. Verschiedene Bekannte aus dieser Region erleben dies hautnah mit.
Pfarrer Orozu Lokine Daky lebt in Pibor, einer kleinen Stadt, die von den unvorstellbaren Gewalttaten am meisten betroffen ist. Seine Berichte lassen einen nicht los und werfen viel Fragen auf. Weshalb fügen sich Menschen verschiedener Ethnien, die in nächster Nähe zu einander leben, so unvorstellbares Leid zu? Weshalb sind die staatlichen und internationalen Sicherheitskräfte nicht in der Lage, das Leben von unschuldigen und unbeteiligten Menschen zu schützen? Einfache Antworten sind nicht zu haben, da die Ursache dieses Konflikts sehr komplex ist.

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Pfarrer Orozu liefert uns einige wichtige Hinweise, die zu einem besseres Verständnis der Lage führen. Es gibt momentan kein austariertes System von staatlichen Strukturen und Institutionen, die gleiche Rechte und Pflichten für jede Ethnie sicherstellen. Pfarrer Orozu spricht davon, wie beispielsweise die so dringend notwendige Entwaffnung einseitig vorgenommen wird und sich einzelne Ethnien schutzlos fühlen und somit jede Entwaffnungsaktion sabotieren. Er schreibt auch, wie die staatlichen Sicherheitskräfte häufig keine multiethnische Zusammensetzung haben und deshalb von der Bevölkerung je nach ethnischer Zugehörigkeit nicht als neutral gelten. Dazu kommt, dass die Ressourcen in der Region immer knapper werden und zusätzlich die immer wiederkehrenden Konflikte antreiben. 

Etwas, was mir immer wieder Hoffnung und Mut gibt, ist die Tatsache, dass inmitten des Dunkels von Gewalt und Gegengewalt Menschen Akzente der Hoffnung setzen. Pfarrer Orozu arbeitet intensiv mit der TearFund-Partnerorganisation Across zusammen. Er beherbergt Mitarbeiter der Partnerorganisation, wenn Schulungen in Pibor durchgeführt werden. Er mobilisiert seine Kirche, um den von Gewalttaten betroffenen Menschen beizustehen. Er setzt sich dafür ein, dass sich die verschiedenen Ethnien an einen Tisch setzen und ihre Konflikte gewaltfrei lösen Bei seiner eigenen Ethnie und Kirche ruft er dazu auf, auf Gewalt nicht mit Gegengewalt zu reagieren. 
Ein weiterer Kontakt vor Ort ist Onesmus Dralega, der im Auftrag der Partnerorganisation Across die Projekte in Boma koordiniert. Er erinnert uns daran, dass es auch in unseren Händen liegt, dass unschuldige Menschen, die von Gewalttaten betroffen sind nicht für immer die Hoffnung verlieren.“

 

Übersicht

Übersicht

Hauptstadt:               

Juba 

 

Präsident:                 

 

Salva K. Mayardit

 

Bevölkerung:             

 

Ca. 8,8 Mio 

Religionen:                 

Schätzungsweise 50-70% Christen, 

Rest Animisten und Muslime 

Kindersterblichkeit: 


102 von 1'000 Kindern sterben in ihrem ersten Lebensjahr (2006) 

Lebenserwartung:   

42 Jahre 

Alphabetisierung:    

27% 

HIV/Aids:                    

3,1% (2009) 

Menschen, die mit weniger als 1US$ pro Tag leben: 

 

90% 

Gesundheitswesen

Gesundheitswesen

Mädchen wird im Sudan von einem Arzt untersucht, die Mutter sitzt gleich daneben.

Für die medizinische Grundversorgung stehen kaum ausreichend Personal, Material oder Spitäler zur Verfügung. Viele der auftretenden Krankheiten werden durch verschmutztes Wasser übertragen, beispielsweise Durchfall oder die Augenkrankheit Trachoma. Da viele Frauen ihre Kinder ohne ärztliche Betreuung und unter mangelhaften hygienischen Bedingungen zu Hause gebären, ist die Kinder- und Müttersterblichkeit extrem hoch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildung

Bildung

Schulkinder im Südsudan sitzen im Freien in ihren Schulbänken und arbeiten.

Die Bildungssituation im Südsudan ist mangelhaft. Meist findet der Unterricht im Freien oder in improvisierten Hütten statt. Die wenigen Klassenzimmer sind überfüllt. Es fehlt an Bänken und Tischen, in fast der Hälfte aller Schulen gibt es keine Schulbücher. Die Mehrzahl der Lehrer hat kaum eine Ausbildung, Lehrerinnen gibt es fast gar nicht. Vor allem die Mädchen bleiben meist vom Schulbesuch ausgeschlossen: Viele Familien haben kein Geld, um neben den Söhnen auch die Töchter in die Schule zu schicken. Häufig gelten auch die weiten Schulwege für Mädchen als zu gefährlich, oder die Schule besitzt nicht einmal eine einfache Latrine - vor allem für ältere Mädchen ein weiterer Grund, der Schule fernzubleiben.

 

Einkommen und Wirtschaft

Einkommen und Wirtschaft

Kinder spielen an einem Teich, der Wassertränke für das Vieh.

Schätzungsweise 90 Prozent aller Menschen im Südsudan leben von weniger als einem US-Dollar am Tag. Etwa 80% der erwerbstätigen Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt – sie betreiben hauptsächlich Hirseanbau und Viehzucht. Hauptexportprodukte sind Erdöl und weitere Bodenschätze, Baumwolle, Sesam, Vieh, Erdnüsse und Zucker. Der Südsudan verfügt über reichhaltige Bodenschätze wie Erdöl, Erdgas, Gold, Diamanten, Magnesium, Eisen, Marmor und Uran. Doch die sudanesische Wirtschaft leidet unter Zerstörung der Infrastruktur, Missmanagement und vor allem unter den innenpolitischen Konflikten. So sind die Erdölvorkommen im Süden ein wichtiger Grund für den jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Noch sind auch die Fragen rund um die Aufteilung der Ölvorkommen zwischen Nord- und Südsudan nicht abschliessend geklärt.

 

 
 
 
 

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