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Aus der Redaktion: Der Schnittlauch

Mein grünes Vorbild

Vor 15 Jahren übernahmen mein Mann und ich einen Garten. «Schau nur das kräftige Grün des Schnittlauchs», rief ich glücklich. Umso enttäuschter reagierte ich, als die Pflanze im Spätherbst verdorrte. Doch welche Freude, im nächsten Frühling spross an derselben Stelle neuer Schnittlauch. In unserem Leben kennen wir auch Zeiten, in denen manches abdorrt. Gerade dann dürfen wir den Mut nicht verlieren: Der nächste Frühling kommt bestimmt!

Als Gott die Welt schuf, sprach er: «Auf der Erde soll es grünen und blühen: Alle Arten von Pflanzen und Bäumen sollen wachsen und ihre Samen und Früchte tragen!» (1. Mose 1,11). Neben den vielen prächtig blühenden, herrlich duftenden Pflanzen wirken die grünen kahlen Stängel des Schnittlauchs banal. Weil dieses Heilkraut für uns etwas Selbstverständliches ist, wird es gern unterschätzt. Dabei lohnt es sich, die Pflanze besser kennen zu lernen.

Das Küchenkraut wird seit dem frühen Mittelalter zur Geschmacksverstärkung des Essens verwendet und bildet einen wichtigen Bestandteil der französischen Küche. Die Pflanze kann frisch, tiefgekühlt oder getrocknet verwendet werden.

Küchenkraut oder Zierpflanze?
Vom frühen Frühling an bis in den späten Herbst kann Schnittlauch abgeschnitten und gegessen werden. Das Schneiden schadet der Pflanze nicht, im Gegenteil, es regt das Wachstum an.

Zwischen Mai und August entwickeln sich an einzelnen Stängeln rötliche runde Blüten. Daher kann der Schnittlauch auch als Zierpflanze verwendet werden. Doch Achtung: Stängel mit Blüten werden hart und ungeniessbar. Wer das Würzkraut essen möchte, schneidet rechtzeitig die sich entwickelnden Knospen ab.

Kennen wir das nicht auch in unserem Leben: Da sieht etwas richtig schön und verlockend aus und trotzdem kann es für uns wachstumshemmend und im schlimmsten Fall gar schädlich sein?

Apotheke Gottes
Auch wenn der Anblick des Stiels mit der farbenfrohen, «extrovertierten» Blüte Freude bereitet, sollten die Vorzüge des kahlen, «introvertierten» Stängels nicht vergessen werden: Schnittlauch zeichnet sich dadurch aus, dass er durch den scharfen Geruch Schadinsekten vertreibt.

An der richtigen Stelle gepflanzt ist er ein wichtiger Helfer gegen unerwünschte Schädlinge. Und das alles ohne Chemie. Der Heilige Geist in uns macht uns auf schädliche Einflüsse aufmerksam: Lassen wir ihn ungehindert wirken.

Damit Schnittlauch gut gedeiht, darf er nicht austrocknen – wenn wir als Christen leben wollen, brauchen wir auch regelmässige Bewässerung. Ob Bibellesen, Gebet, Gemeinschaft – beim einen mehr das, bei der anderen mehr das –, fehlt das, so stagniert unser geistliches Leben, wir trocknen aus.

Sie leiden an Frühlingsmüdigkeit? Befolgen Sie meinen Rat: Essen Sie genügend Schnittlauch, denn dieser enthält viel Vitamin C und A, reinigt unser Blut und vertreibt dadurch die Müdigkeit.

Wie der Schnittlauch, so auch ich
Wie mein «Wunderkraut», möchte auch ich mich stetig weiterentwickeln und wachsen, von Schädlichem fernhalten, meiner Umgebung wohltun und die Mitmenschen auf vielseitige Weise erfrischen. Der Schnittlauch, ab heute auch Ihr Vorbild?

Von Susanne Ryser, Spenderbetreuung und Verantwortliche Projektpatenschaften bei TearFund

 

 

Die Autorin

Susanne Ryser, Spenderbetreuung: «Damit Schnittlauch gut gedeiht, darf er nicht austrocknen – wenn wir als Christen leben wollen, brauchen wir auch regelmässige Bewässerung.»