Demokratische Republik Kongo

Hunger bekämpfen

Ökologische Landwirtschaft bekämpft wirksam Hunger und Mangelernährung in den ärmsten Regionen der Welt. Mit den Erfahrungen aus unseren Projektländern passen wir erfolgreiche ökologische Landwirtschafts-Methoden an die lokalen Verhältnisse an. Ein gutes Beispiel ist die Provinz Nord-Kivu in der Demokatrischen Republik Kongo.

Das ist dringend nötig: In den Dörfern um deren Bezirkshauptstadt Goma ist die Ernährungssicherheit besonders gering. Nur 4 Prozent der Haushalte in der Region haben eine sichere und ausgewogene Ernährung. Hunger und Mangelernährung führen zu höherer Anfälligkeit für Krankheiten. Dies gefährdet insbesondere schwangere und stillende Frauen und beeinträchtigt die gesunde Entwicklung von Kindern.

Den Menschen fehlt einerseits das Wissen über ertragreiche Anbaumethoden, ausserdem zerstören bewaffnete Konflikte und Krankheiten wie Ebola immer wieder die Lebensgrundlagen.

Zusammen mit unserem lokalen Partner PPSSP gehen wir diese erschreckenden Missstände an: Ernährungssicherheit durch nachhaltige Landwirtschaft ermöglicht den Menschen eine Chance auf ein besseres Leben.

Erlebt: Wenn Wissen Früchte trägt

Unser Projekt in der Demokratischen Republik Kongo zeigte eindrücklich, wie nachhaltige Landwirtschaft Veränderung schafft. 15 freiwillige Projekt-Teilnehmerinnen einer Frauengruppe produzierten in vier Monaten auf einer relativ kleinen Versuchsfläche 1'000 kg Mais und verkauften den Überschuss mit Gewinn.

Ideal war die Verbindung der Landwirtschaft mit der kleinen, ertragreichen Schweinezucht: Die Kolben des Maises dienten als Futter, die Schweine lieferten Dünger für das Feld. Die bereits im Projekt ausgebildeten Frauen sind bereit, als Multiplikatorinnen zu wirken und als Vorbild ihr Wissen an die Bevölkerung weiterzugeben.

Marcelline (im Bild oben) hat fünf Kinder. Sie wusste monatelang kaum, wie sie mit den Ernten auf dem kargen Boden alle ernähren sollte. An Schule für die Kinder war schon gar nicht zu denken. Dank der Unterstützung von PPSSP und der Frauengruppe kann Marcelline nun ihren Traum verwirklichen und ihre Kinder ernähren. Sie hat sogar genug Saatgut übrig, um in der nächsten Saison wieder neu anpflanzen zu können und sogar das älteste Kind (6 Jahre) in die Schule zu senden.

Projektinhalt

Das Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Lebensbedingungen in der Region Goma in der Provinz Nord-Kivu.

Nach Abschluss der Projektphase sind:

  • 1’200 Familien in ökologischer Landwirtschaft und in der Schweinezucht ausgebildet und wenden die erlernten Methoden erfolgreich an, damit sie ihre Erträge um bis zu 80 Prozent steigern können.
  • 500 Familien in der Saatgutgewinnung und der Kompostproduktion geschult.
  • 1'200 Mütter in einer ausgewogenen Ernährung für ihre Familien geschult.

Die nachhaltigen Anbaumethoden, die Saatgutproduktion und die Schweinezucht diversifizieren das Einkommen und die Ernährung der Familien und vermindern Abhängigkeiten, wie jene von Hybridsaatgut.

Partnerorganisation

Programme de Promotion des Soins de Santé Primaire (PPSSP, Programm zur Förderung der primären Gesundheitsversorgung) ist ein gemeinnütziger Verein, der im Gesundheitssektor der Demokratischen Republik Kongo tätig ist.

PPSSP wurde 2002 von drei christlichen Organisationen mit Sitz in Beni, Provinz Nord-Kivu, gegründet, um medizinische Soforthilfe für Kriegsvertriebene und psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Menschen zu leisten.

Als Reaktion auf die wachsenden Bedürfnisse wurden die Aktivitäten auf die gesamte Bevölkerung in Nord-Kivu ausgeweitet, um insbesondere übertragbare Krankheiten zu verringern und um die Gesundheit von Müttern und Kindern zu fördern. Dadurch hat sich der Verein die Kompetenzen im Bereich der Ernährungssicherheit erarbeitet, um ein gesundes Wachstum von Kleinkindern und werdenden Müttern zu gewährleisten.

PPSSP führt als lokaler Partner unter anderem auch Projekte der Weltgesundheitsorganisation, des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen und des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten — kurz UNOCHA (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) — aus.

Projektgebiet

Das Projektgebiet in der Provinz Nord-Kivu, zu der auch die Stadt Goma gehört, liegt in einer hügeligen Region in einem Vulkangebiet. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Provinz Nord-Kivu 13.5 Prozent der Kinder unterernährt sind und nur 4 Prozent der Haushalte über eine genügende und ausgewogene Ernährung verfügen.

Erschwerend dazu kommen die anhaltenden Konflikte und die humanitäre Krise. Die Bevölkerung gerät zwischen die Fronten und leidet unter Instabilität, welche ihre Lebensgrundlage immer wieder zerstört. Durch diese Instabilität werden beispielsweise der Anbau von landwirtschaftlichen Produkten oder die Tierhaltung erschwert, was wiederum zu mangelnder Ernährungssicherheit führt.

Projekt-Übersicht

LandDemokratische Republik Kongo
Gebiet

Goma, Nord-Kivu

Schwerpunkte

Ernährungssicherheit, Gesundheit, Nachhaltige Landwirtschaft

Partner-
organisation

Programme de Promotion des Soins de Santé Primaire (PPSSP)