Gestärkte Waisen: Eine grosse Patchworkfamilie winkt lachend in die Kamera.
Sambia

Gestärkte Waisen

Sambia hat eine Bevölkerung von rund 17.8 Millionen, darunter gibt es ca. 1,4 Millionen Waisen. Erschreckende Zahlen, hinter denen tragische Schicksale stehen. Aidswaisen haben oft keinen Zugang zu Bildung und sind wirtschaftlich und sozial sehr benachteiligt. Die Grundschule kostet zwar nicht direkt, allerdings müssen die Kinder Schuluniformen kaufen und für offizielle Prüfungen bezahlen. Arme Familien und Waisenkinder können sich das nicht leisten. Die Chance auf eine gute Zukunft bleibt ihnen dadurch verwehrt. Das soll nicht so bleiben. TearFund setzt sich zusammen mit der lokalen Partnerorganisation für Kinder in Not ein.

Erlebt: Dorca und Rachael gehen wieder zur Schule

«Ich bin seit Geburt HIV-positiv», erzählt Dorca (12). Evangelical Fellowship Zambia unterstützt mich, damit ich zur Schule gehen kann. Dank Medikamenten und einer gesunden Ernährung habe ich heute wieder Kraft. Ich bin so dankbar für die Hilfe, die ich erhalte. Später möchte ich einen guten Beruf erlernen.»

Und Rachael berichtet: «Nach dem Tod meines Vaters konnte meine Mutter das Schulgeld für uns nicht mehr bezahlen.» Das Mädchen stand vor dem Schulabbruch und somit vor einem Leben ohne geregeltem Einkommen. In dieser schweren Zeit sprang die Partnerorganisation von TearFund ein. Rachael ist überglücklich: «Jetzt erhalte ich eine gute Ausbildung.»

Projektinhalt

Durch das Projekt werden Waisen, sowie gefährdete Kinder und Jugendliche gestärkt und befähigt. Sie erhalten Schulmaterial, Uniformen und Beiträge für den obligaten Lehrer-Eltern -Ausschuss. Ausserdem werden sie regelmässig von freiwilligen Mitarbeitenden besucht und begleitet. Diese Freiwilligen erfassen die Situation der Kinder und Jugendlichen in der Schule und in den Familien, um auf individuelle Bedürfnisse schnell und angemessen reagieren zu können. So bekommen sie eine Chance auf eine bessere Zukunft und ein würdevolles und erfülltes Leben.

Im Rahmen des Projekts wird folgendes gemacht:

  • Jedes Jahr werden rund 530 Schülerinnen und Schüler durch Schulgelder und -uniformen unterstützt, damit sie ihre Sekundarschulausbildung abschliessen können.
  • Die freiwilligen Mitarbeitenden werden spezifisch im Bereich Kindeswohl und positiven Erziehungsmethoden geschult. Bei den Hausbesuchen sensibilisieren sie auch die Erziehungsberechtigten und zeigen die positive Auswirkung auf die Kinder und Jugendlichen auf.
  • Die (Pflege-)Familien, in denen die Kinder leben, werden in der Bildung von Spar- und Leihgruppen unterstützt, welche die Haushalte wirtschaftlich stärken und die Nachhaltigkeit der Interventionen gewährleistet. Ziel ist dabei, dass die Familien später selbst für die Schulkosten der Kinder aufkommen können.
  • Dank den Spar- und Leihgruppen erhalten die Projektteilnehmenden die Möglichkeit, Geld zu sparen und sie haben einen einfachen Zugang zu erschwinglichen Krediten. Spar- und Leihgruppen ermöglichen z.B. zusätzliches Saatgut oder das Erwerben von Land für eine nachhaltigen Einkommensverbesserung.
  • Die Mitglieder der Spar- und Leihgruppen erhalten Schulungen im Bereich Finanzen und Unternehmertum und können dadurch auch ihre persönlichen Kompetenzen stärken.

Partnerorganisation

Die lokale TearFund Partnerorganisation ist die «Evangelical Fellowship of Zambia» (EFZ), eine Allianz evangelischer Kirchen in Lusaka, Sambia. EFZ ist ein überkonfessioneller Zusammenschluss von Kirchen, kirchlichen Organisationen und privaten Mitgliedern. Gegründet wurde die Organisation im Jahre 1964 und heute hat sie über 200 institutionelle Mitglieder. EFZ hat einen starken sozialdiakonischen Arm und mobilisiert die Mitglieder in den folgenden Arbeitsbereichen:

  • Interessenvertretung für marginalisierte Menschen in Sambia
  • Zugang zu Bildung (insbesondere für Waisen und gefährdete Kinder)
  • HIV/Aids-Arbeit (Prävention und Unterstützung für Menschen, die mit HIV/Aids leben)
  • Kommunale Entwicklung und langfristige Ernährungssicherung in Sambia
  • Minderung von möglichen Auswirkungen bei Naturkatastrophen

Projektgebiet

Der Fokus des Projekts liegt auf den drei bevölkerungsreichsten Provinzen Sambias, da dort im Vergleich zu den anderen Provinzen mehr Waisenkinder leben. So kann das Projekt die grösste Wirkung erzielen. Das Projektgebiet erstreckt sich über die Regionen Copperbelt, Southern, Central und Lusaka. Diese bilden das Zentrum des Landes.

Projekt-Übersicht

LandSambia
Gebiet

Provinzen Copperbelt, Central, Southern und Lusaka

Schwerpunkte

Bildung für Waisen, gefährdete Kinder und Jugendliche sowie Einkommensförderung für deren (Pflege-) Familien

Partner-
organisation

Evangelical Fellowship
Zambia