Plakat mit Hygieneanweisungen aus dem Südsudan. (Archivbild. Die Hygieneregeln helfen aber auch in der Corona-Krise)
Corona kennt keine Grenzen. Nächstenliebe auch nicht

Solidarität mit den Ärmsten

Nächstenliebe kennt keine Grenzen – das ist das Motto von TearFund. Um benachteiligte Menschen zu stärken, gehen wir weit.

Doch auch Viren kennen keine Grenzen, das erleben wir aktuell in einem Mass, das alles übersteigt, was heute lebende Menschen kennen. Wir wollen gerade in dieser schwierigen Zeit die grenzenlose Nächstenliebe nicht vergessen und unsere Partner so gut wie möglich weiter unterstützen. Denn für solche Momente sind wir gemacht.

Danke, dass Sie auch in dieser aussergewöhnlichen Lage über Grenzen hinweg Nächstenliebe zeigen und uns und die Menschen in unseren Projekten im Gebet und finanziell weiter unterstützen. Bitte nutzen Sie für Online-Spenden den roten Spenden-Knopf.

An dieser Stelle veröffentlichen wir Berichte der Mitarbeitenden vor Ort und aus unseren Homeoffices, um sie an den Sorgen, aber auch Zuversichten der Ärmsten teilhaben zu lassen.

Südsudan (TearFund): Wo es keine Spitäler gibt

Noch mit einem der letzten Flüge kam ich letzten Freitag aus dem Südsudan zurück. Meine Kollegin Anna, Programmverantwortliche für Östliches Afrika, und ich waren knapp zwei Wochen vorher ja zum Projektbesuch in den Südsudan gereist.

Nun also die weltweiten erschreckenden Neuigkeiten mit der Aufforderung unserer Regierung, heimzukehren, unmissverständlich.

Wow, war ich froh! Ich kehre heim in ein Land, das eines der besten Gesundheitssysteme der Welt hat. Meine Gedanken wandern zurück zu unseren lokalen Partnern und der dortigen Bevölkerung.

Letzte Woche, wie ein Geschenk, genau an meinem Geburtstag, wurde nach jahrelangem Blutvergiessen endlich die neue Einheitsregierung ernannt. Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen für Stabilität und Frieden.

Doch was, wenn sich das Coronavirus im Südsudan bald ebenso verbreitet wie in Europa? Das im Bürgerkrieg heruntergewirtschaftete Gesundheitssystem hat dem absolut nichts entgegenzusetzen.

«Stationäre Behandlung» oder gar «Intensivstation» kennt man in unserem Projektgebiet gar nicht. In der, von uns unterstützten «Klinik», findet man bestenfalls einen Krankenpfleger und eine kleine Kiste mit Medikamenten.

Ich war tief beeindruckt, mit welcher Hingabe unsere lokalen Partner sich seit vielen Jahren in der Region auch für Frieden und Bildung einsetzen. Das ihnen entgegengebrachte Vertrauen und ihre Erfahrung mit schwierigen Verhandlungen werden sie auch einsetzen können, falls die Corona-Krise ihr Land trifft. Sie werden einmal mehr über sich hinauswachsen und entscheidend dazu beitragen, dass Menschen die Hoffnung nicht verlieren und dass Leben gerettet werden.

Uns als TearFund Team motiviert das, selber voll dranzubleiben und unsere Partner mit allem was wir haben zu unterstützen. Denn für Krisenzeiten wie diese sind wir gemacht, um über uns hinauszuwachsen und Menschen in Not zu helfen.

In den kommenden Wochen werden wir Ihnen mit dem «Lesestoff für die Quarantäne» des öftern einen kleinen Einblick hinter die Kulissen unserer vielfältigen Arbeit geben: Was uns ärgert, über was wir schmunzeln, was uns freut und wo wir den Kopf schütteln.

Wir danken Ihnen für Ihre Gebete und Unterstützung.

Bleiben Sie gesund, Gottes Segen
Adrian Förster
Geschäftsführer TearFund Schweiz

Bangladesch (CSS): «Wir erwarten eine massive Verschlimmerung.»

«Dank Gottes Barmherzigkeit geht es uns immer noch gut,» schreibt uns James, der Bildungsdirektor unserer Partnerorganisation Christian Service Society (CSS) in Bangladesch.

Am Mittwoch, den 18. März 2020, gab es in Bangladesch den ersten Todesfall. Das Gesundheitsministerium erklärte daraufhin, dass sich die Pandemie auf das Niveau der gemeinschaftlichen Übertragung ausgebreitet habe, was James zufolge bedeutet wird, «dass sie sich recht schnell ausbreiten wird. Es stehen nur wenige Tests zur Verfügung.» Er geht davon aus, dass die bislang vorliegenden Zahlen wesentlich höher liegen und rasant steigen werden.

«Leider ist unsere bestehende Gesundheitsinfrastruktur nicht bereit, eine solche Krise zu bewältigen, falls sich die Pandemie verschlimmern sollte,» befürchtet James und zudem fehle es auch «an einem angemessenen öffentlichen Bewusstsein.»

Die Regierung hat einige Initiativen ergriffen, um die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen. Beispielsweise wurden alle Bildungseinrichtungen vorerst bis zum 31. März geschlossen. Es gibt einige Einschränkungen für öffentliche Versammlungen – aber eben kein totales Verbot: «Wir erwarten für die kommenden Wochen eine massive Verschlimmerung.»

Zur Projektarbeit sagt James: «Wir kommen immer noch in unser Büro, da es auf nationaler Ebene keine Weisungen dagegen gibt. Wir haben freilich dort wie allgemein die Hygiene verstärkt und ermutigen Mitarbeiter und Projektteilnehmer, dies in ihrem täglichen Leben anzuwenden.»

Sie wollen mehr über die Arbeit unserer Partnerorganisation CSS wissen? Lesen Sie hier über das Projekt «Starke Frauen. Gesunde Familien».

Sambia (PFZ): «Unsere Gesundheitssysteme sind sehr, sehr schlecht.»

In Sambia wurden bisher zwei Fälle von Coronavirus registriert: Ein Ehepaar, das in Frankreich in den Ferien war. Das Paar befindet sich in Quarantäne. Die Regierung hat eine Reihe von Massnahmen eingeführt, um die Krankheit in der Republik Sambia zu vermeiden.

Teddy, Direktor von Prison Fellowship Zambia (PFZ) beschreibt die eigenen Massnahmen: «Wir von PFZ haben am Büroeingang das Waschen der Hände mit Seife eingeführt und vermeiden Treffen in Gruppen.»

Die Mitarbeiter unserer Partnerorganisation beten für Gottes Eingreifen bei dieser schweren Pandemie, damit sie ein für allemal gestoppt werden kann. Denn unser Mitarbeiter weiss auch: «Wenn die Krankheit in Sambia ausbricht, würden die Menschen massenhaft sterben, denn unsere Gesundheitssysteme sind sehr, sehr schlecht und die Regierung wird kaum in der Lage sein, mit der Pandemie fertig zu werden.»

Sie wollen mehr über die Arbeit unserer Partnerorganisation PFZ wissen? Lesen Sie hier über das Projekt «Familien von Gefangenen stärken».

Uganda (KDWSP): «Gott ist unser Schild und unsere Zuflucht.»

Noch gebe es keine Infizierten in Uganda schreibt uns Reuben, Leiter unserer Partnerorganisation Kigezi Diocese Water and Sanitation Programme (KDWSP), aber «der Wind der Angst weht. Gleichzeitig wissen wir sehr wohl, dass Gott der Schild und die Zuflucht ist.»

In den Gemeinden, in denen KDWSP arbeiten, und im Büro sei der Alltag immer noch weitgehend normal, «aber die Menschen wurden gewarnt, sich nicht die Hände zu schütteln. Wir passen sehr gut auf und gingen heute zum Morgengebet nicht in die Kirche. In den Programmen finden die Gruppentreffen in den Dörfern aktuell nicht statt. Das Gesundheitsministerium hat Richtlinien herausgegeben und George Bagamuhunda, Bischof der Kigezi Diözese im Südwesten Ugandas, hat einen Pastoralbrief an alle Christen in der gesamten Region geschrieben.»

Reuben schreibt, zur Hoffnung, die die Menschen führt: «Nach der Sensibilisierung und dem Brainstorming über die gemeinsamen Praktiken in allen Kirchen hatten wir eine Zeit des Gebets, und wir glauben, dass die Situation eingedämmt werden wird.»

Natürlich helfen letztlich die selben Praktiken wie überall: «Wir ermutigen die Menschen, sich häufig die Hände mit Seife zu waschen, und haben an den Toren des Diözesanbüros Handwaschstationen eingerichtet. Die Mitarbeitenden sind mit der Botschaft gegangen, alle Menschen für die Pandemie zu sensibilisieren und zu warnen. Bitte beten Sie weiterhin mit uns,» bittet Reuben die Schweizer TearFund-Freunde.

Jetzt zeigen sich die Früchte des langjährigen Wasserprojekts von KDWSP: Die Menschen sind auf Hygiene und Gesundheit sensibilisiert und sind besser vorbereitet.

Sie wollen mehr über die Arbeit unserer Partnerorganisation KDWSP wissen? Lesen Sie hier über das Projekt «Wasser ist Leben».

Peru (PyE): «Wir leben in sozialer Isolation»

Gemäss der Weltgesundheitsorganisation kam das Virus am 6. März nach Peru. Zum heutigen Tag gibt es bereits einige hundert bestätigte Corona-Fälle. Am Sonntag, 15. März, erklärte Präsident Martín Vizcarra sodann den nationalen Notstand für 15 Tage.

Die Menschen dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um Medikamente, Lebensmittel und Grundversorgungsmittel zu kaufen oder um Spitäler zu besuchen. Die Grenzen wurden für den Personenverkehr auf dem Luft-, Land-, See- und Flussweg geschlossen.

Yudi, die Leiterin in Andahuaylas, beschreibt wie dies konkret aussieht: «Sämtliche Schulen und Universitäten sind bis am 30. März geschlossen. Wir befinden uns für 15 Tage in einem Ausnahmezustand und leben in sozialer Isolation. Das heisst, dass wir in unseren Häusern bleiben müssen. Aus diesem Grund haben wir alle im Projekt vorgesehenen Aktivitäten eingestellt Das Team arbeitet jedoch von zu Hause aus, damit wir unsere Aktionen anschliessend wieder effizient aufnehmen können.»

Für Menschen mit Grippesymptomen wurde eine Telefon-Hotline eingerichtet und über die sozialen Netzwerke und die Medien wird über präventive Maßnahmen, über Symptome von COVID-19 und über den Grippeverlauf informiert. Die Kommunikation erfolgt in verschiedenen peruanischen Sprachen und auch in der Gebärdensprache.

Unsere Mitarbeiter von Paz y Esperanza (PyE) senden Botschaften über die sozialen Netzwerke, um die Bevölkerung zu informieren und auf das Virus aufmerksam zu machen. Der Auftrag der christlichen Organisation sind gesellschaftliche Veränderungen und bessere Lebensqualität für alle. PyE setzt sich besonders im Bereich der Menschenrechte und Bildung ein und verfügt über grosse Expertise.

Sie wollen mehr über die Arbeit unserer Partnerorganisation PyE wissen? Lesen Sie hier über das Projekt «Berufsbildung mit Zukunft».

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Unsere Erreichbarkeit

Das TearFund-Büro ist auch im Homeoffice weiter für Sie da: Unser Telefon ist (leicht eingeschränkt) täglich besetzt und wir beantworten Anfragen gerne per Mail.

Auch der Empfang von Briefpost via der Schweizerischen Post ist sichergestellt.