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Aus 1 mach 5: Fonds Nachhaltige Landwirtschaft

Hungrig zur Schule und ins Bett?

«Meine Kinder gehen mit knurrendem Magen ins Bett und zur Schule. Sie können im Unterricht nicht mithalten und sind ständig krank.» Martin steht in der glühenden Sonne vor seiner ärmlichen Lehmhütte – hier lebt er mit seiner Frau und den Kindern.

«Manchmal frage ich mich, ob ich verflucht bin. Ich schufte jeden Tag von früh bis spät.» Er zeigt auf den naheliegenden Acker: «Das Feld ist alles, was wir haben. Doch der Boden bringt nie genug Ernte.»

Martins Familie leidet an Hunger und Mangelernährung. Wie 800 Millionen Menschen weltweit. 3 Millionen Kinder unter 5 Jahren sterben an chronischer Unterernährung. Die, die überleben, entwickeln sich nur eingeschränkt und sind ihr Leben lang weniger lern- und leistungsfähig.

Ein fataler Teufelskreis
Kinder, die schon von kleinauf hungern, bleiben meistens auch als Erwachsene arm. Doch das muss nicht so sein.

Wie viele Kleinbauern bearbeitet Martin sein Feld «irgendwie». Die traditionell überlieferte Methode kennt keine besondere Technik. Das ständige Anpflanzen von denselben Kulturen und Pestizide laugen die Böden immer mehr aus. Und die intensive Bodenbearbeitung verschlimmert alles noch.

Hunger muss nicht sein
In unserem Projekt durchlaufen Bauern wie Martin eine landwirtschaftliche Grundschulung. Sie lernen, wie die Fruchtbarkeit des Bodens mit natürlichem Dünger, richtigen Pflanzabständen und abwechselndem Saatgut steigt.

Aus 1 mach 5
Nach kurzer Zeit bringen die Bauern auf einer kleineren Ackerfläche ein Vielfaches der üblichen Ernte ein. Unsere Vision ist, dass sich noch viele Menschen wie Martin vom Fluch der Armut befreien können.

Wir möchten dieses Jahr 550 armen Kleinbauern in Afrika eine lebensverändernde Schulung in nachhaltiger Landwirtschaft ermöglichen. Damit ihre Kinder nicht mehr hungern müssen, sondern gesund und stark aufwachsen und die Schule besuchen können.

Bitte helfen Sie Leben zu retten: Spenden Sie über den roten Spendenknopf oben rechts.

Farming God's Way – was ist das genau?

Vor einigen Jahren wurde in Simbabwe die Anbaumethode «Farming God’s Way» (Landwirtschaft nach den Grundsätzen der Schöpfung, kurz FGW) formuliert – sie bedeutet nichts anderes als nachhaltige Landwirtschaft. Die Grundlagen und Leitsätze dieses ökologischen Landbaukonzeptes sind wissenschaftlich belegt.

Seit 2013 reisten Mitarbeitende verschiedener TearFund-Partner nach Simbabwe, um die Techniken aus erster Hand zu erlernen. Die Initianten von FGW leiten die Methode von verschiedenen alt- und neutestamentlichen Bibelstellen und ihren jahrzehntelangen Erfahrungen ab. Die Empfehlungen decken sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem ökologischen Landbau. In den christlich geprägten Regionen Afrikas ist dieser Ansatz für Kleinbauern schlicht einfacher nachvollziehbar.

Nachhaltige Landwirtschaft in den Projekten – so funktioniert's

Bodenschutz
Das Abbrennen von Ernterückständen auf abgeernteten Feldern ist traditionell verbreitet. Dadurch geht jedoch wertvolle organische Substanz in Rauch auf, Mikroorganismen im Boden werden zerstört und der Boden trocknet schneller aus.

Dagegen setzt FGW auf ständige Bodendeckung durch Pflanzenmaterial. Dies schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion. Auch wird der Gehalt organischer Substanz erhöht, was in kargen Gegenden wichtig ist.

Böden bilden ein komplexes System aus lebenden und toten Pflanzenteilen, Bodenlebewesen und Mineralstoffen – ein wunderbarer Kreislauf. Bodenbearbeitung zerstört dieses Gefüge und vermindert so das Wasserrückhaltevermögen. Deshalb wird aufs Pflügen verzichtet.

Fruchtfolge
Pflanzen beeinflussen die Böden, auf denen sie wachsen. Wird immer dieselbe Art angebaut, werden Böden ausgelaugt und Krankheiten gefördert. Das Rotationsprinzip der Fruchtfolge wirkt dem entgegen.

Um die Methoden zu vermitteln, führen die Partner Schulungen durch. Dies geschieht ganz praktisch in extra dafür konzipierten Modellgärten. «Alle Teilnehmenden müssen anpacken», erklärt Milton Nkurunungi, Projektleiter unserer Partnerorganisation KDWSP in Uganda: «So erinnern sie sich später besser an die verschiedenen Methoden. Wir zeigen ihnen auch gleich vor Ort, weshalb sich die Arbeit der Bodenbedeckung lohnt.»

Schule statt Kinderarbeit – dank höherer Ernteerträge

Nachhaltige Landwirtschaft hilft Eltern ihr Einkommen zu verbessern. Dann müssen die Kinder nicht mehr zum Lebensunterhalt beitragen — wie zum Beispiel in Uganda oftmals in den Gold- und Mineralminen. Sie können nun endlich zur Schule gehen.

Die neue Methode hat in unseren Projekten in beiden Ländern die Landwirtschaft revolutioniert – beispielsweise im Distrikt Busia im Südosten Ugandas. Hier wird in vielen kleinen Minen Gold abgebaut: Kinder und Jugendliche packen kräftig mit an, anstatt dass sie zur Schule gehen. Ihre Familien sind auf das zusätzliche Einkommen angewiesen.

Ein sicheres Einkommen verhindert meist Kinderarbeit
TearFund-Partnerorganisation CaRNaC setzt am Anfang der Problemkette an: Die Einkommens- und Lebenssituationen der Familien müssen verbessert werden. Eltern lernen, wie sie durch nachhaltige Landwirtschaft den Ernteertrag steigern können. Überschüsse verkaufen sie auf dem Markt.

Dank dem höheren Einkommen schicken sie dann die Kinder wieder zur Schule. 100 Kinder wurden 2016 aus den Goldminen geholt und haben wieder mit der Schule gestartet. Fast die Hälfte der begünstigten Familien können dank FGW die Schulgebühren der Kinder ganz oder teilweise selber finanzieren.

Auch in Mbale im Osten Ugandas wird gelehrt. Die Gegend leidet stark unter Über- und Fehlnutzung der Böden. Vermehrte Extremereignisse aufgrund des Klimawandels erhöhen den Druck auf die Kleinbauern.

In solchen Gebieten ist fundiertes Wissen über nachhaltige Landwirtschaft Gold wert. Das Jugenddepartement der Diözese der Kirche von Uganda bildet regelmässig Jugendliche aus, die dann ihr Wissen an ihre Jugendgruppen und Familien weitergeben.

Das Projekt «Bildung statt Kinderarbeit» hilft Eltern unter anderem ihr Einkommen eben genau mit Ökolandbau zu verbessern. Lesen Sie hier mehr zum Projekt in Uganda.

Kurz erklärt

Vor einigen Jahren wurde in Simbabwe die Anbaumethode «Farming God’s Way» – zu deutsch «Landwirtschaft nach den Grundsätzen der Schöpfung» – formuliert.

Die Grundlagen und Empfehlungen sind wissenschaftlich belegt und decken sich mit Erkenntnissen aus dem ökologischen Landbau. Diese werden ergänzt durch biblische Leitsätze, die in den christlich geprägten Regionen Afrikas für Kleinbauern einfacher nachvollziehbar sind. Daher auch der Name.

Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet minimales Pflügen, keine Pestizide, organische Düngung und Bodenbedeckung mit Mulch, damit dieser nicht austrocknet. Der Ansatz wird oft kombiniert mit Wiederaufforsten von Wäldern und Quellschutz.

In kurzer Zeit viel bewirken

TearFunds Geschäftsführer hat sich vor Ort von der Anbaumethode überzeugt:

Gings nicht auch ohne Gott?

Farming God's Way? Ginge das nicht auch ohne Gott? Und: Einige Bauern sind Muslime, andere Christen – sollte man da nicht besser Religion ganz weglassen?

Adrian Förster, TearFunds Geschäftsführer, befragte Patrick Juma Wangira, dem National Director unserer Partnerorganisation CaRNaC (Children at Risk National Collaboration).