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Malawi: Nachhaltig gegen Hunger

Öko-Landbau stärkt Familien

Malawi im Südosten Afrikas ist sehr stark von Armut geprägt. Das Land figuriert bezüglich der menschlichen Entwicklung an 174. Stelle von 189 Ländern. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt in ländlichen Regionen in grosser Armut. Dazu kommen immer extremere Wetterbedingungen wie Dürreperioden und Überflutungen. Das Projekt verbessert die Ernährungs- und Lebensgrundlage von über 6'000 Landwirtschaftsfamilien mit einem ganzheitlichen Ansatz.

Die Familien lernen, ihre Ernteerträge mit ökologischen Massnahmen zu steigern. Sie werden darin geschult, wie sie dank eines Bewässerungssystems auch während der Trockenzeit Nutzpflanzen und Gemüse anbauen können. Durch das Anlegen von Gemüsegärten können sie ihre Familien auch ausgewogener ernähren. Die bedürftigsten Haushalte erhalten Ziegen zur Zucht. Sehr wirksam ist auch, dass die Projektbeteiligten die Möglichkeit erhalten, in einer gemeinsam gegründeten Spar- und Leihgruppe zu sparen, um mit diesem Geld z.B. die Schulgebühren der Kinder oder Saatgut zu kaufen.

ERLEBT: DER ARMUT DAVONPEDALEN

Benjamin und Edina erzählen: «Unsere zwei Kinder mussten jeden Tag mit leerem Magen in die Schule gehen. Um 15.00 Uhr, wenn sie zurückkamen, assen wir alle zusammen die einzige kleine Mahlzeit des Tages. So gern wollten wir unseren Kindern ein anderes Leben bieten. Doch der Weg aus der Armut brachte immer wieder Rückschläge. Mit einigen anderen Familien versuchten wir, eine Spar- und Leihgruppe zu starten. Doch uns fehlte entscheidende Wissen. Die Gruppe drohte zu scheitern. Da suchten wir Hilfe bei der Evangelical Association of Malawi (EAM). Wir konnten eine Schulung besuchen und hatten einige Aha-Erlebnisse und bekamen Regeln und Grundsätze mit auf den Weg.»

Mit dem nötigen Know-how kam die Gruppe nun auf endlich Erfolgskurs. Alle Teilnehmende konnten sparen und auch die Gruppe konnte Geld zur Seite legen, den sogenannten Solidaritätsfonds. Dieser dient dazu, Menschen bei einer Krise wie Krankheit zu helfen. Für Edina und Benjamin lief es so gut, dass sie sich dazu entschieden, aus dem Ersparten ein Velo zu kaufen.

Ein Velo führt zu drei Mahlzeiten am Tag

Edina und Benjamin leben von dem Verkauf von Haushaltsgegenständen. Mit dem Velo erreichen sie nun ein weiteres Umfeld von Kunden. Dies führt dazu, dass sie mehr Einkommen erzielen können. In einer weiteren Schulung von EAM lernen sie zudem, wie sie ihr Gemüse nachhaltig und ertragreich anbauen können. Heute essen sie dreimal am Tag. Zum Frühstück gibt es Süsskartoffeln. Die zwei anderen Mahlzeiten gibt es Nsima (Maisbrei) und Gemüse. Und es hat sogar Überschuss, den sie verkaufen können. Die Familie hat noch einen grossen Traum: Sie wollen weiter sparen, damit sie einen eigenen Laden besitzen und noch mehr Kundschaft mit ihren Produkten erreichen.

Projektinhalt

3'200 Projektbeteiligte erhalten Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft. Dadurch können sie bei minimaler Bodenbearbeitung die Pflanzenproduktion steigern.

Rund 450 Haushalte werden in Gruppen organisiert, um in Kleingärten in der Trockenzeit durch ein Bewässerungssystem Nutzpflanzen und Gemüse zu züchten. Dies ermöglicht es ihnen, zweimal jährlich Nahrungsmittel und Nutzpflanzen anzubauen und dadurch ihre Nahrungsmittelproduktion und ihr Einkommen zu steigern.

Ausserdem werden rund 1'500 Landwirte ermutigt, Gemüsegärten anzulegen, um das erlernte Wissen über eine reichhaltige Ernährung in ihren Familien anwenden zu können.

195 bedürftige Haushalte züchten in Gruppen Ziegen, welche nach deren Vermehrung an die Mitglieder der Gruppe weitergegeben werden. Dabei werden die Projektbeteiligten in der artgerechten Haltung der Tiere und deren Impfung geschult.

Schlussendlich profitieren rund 800 Personen von der Teilnahme in einer Spar- und Leihgruppe. Die Menschen erhalten das Wissen, um sich finanziell gemeinschaftlich abzusichern. So können sie Kleinstbeträge sparen und damit z.B. die Schulgebühren der Kinder bezahlen und fehlendes Saatgut oder Land kaufen.

Unserer Partnerorganisation

Die Evangelical Association of Malawi (EAM) ist als Nicht-Regierungs-Organisation registriert und eine christliche Dachorganisation für evangelische Kirchen und christliche Organisationen in Malawi. Der Verband wurde 1962 gegründet mit dem Ziel, die Mitgliedskirchen zu stärken und soziale Projekte zu fördern. EAM arbeitet dabei eng mit staatlichen, kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren im ganzen Land zusammen.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium und der Abteilung für Gemeinschaftsdienste im Distrikt Dedza durchgeführt. Darüber hinaus arbeiten im Projekt der Bezirksvorstand der Evangelischen Allianz und ein Konsortium von Ortsgemeinden zusammen, um die Kapazität der Kirche in der Entwicklungsarbeit zu stärken.

Projektgebiet

Das Projektgebiet liegt im Gebiet von Kachere im Distrikt Dedza liegt in der Zentralregion Malawis. Dort leben rund 15'400 Familien.

Die Ernährungssituation ist unsicher und ungenügend. Die Menschen leben hauptsächlichen vom Anbau von Nutzpflanzen. Die unregelmässigen Regenfälle (Überschwemmungen oder Dürren) aufgrund des Klimawandels verschärfen die Situation. Arme Haushalte geben mindestens 50 Prozent ihres bescheidenen Einkommens für Lebensmittel aus und können sich den Kauf von Saatgut, Dünger und Landwirtschaftsgeräte nicht leisten. Auch sind sie oft nicht in der Lage, die Ausbildung ihrer Kinder oder medizinische Leistungen zu bezahlen.

Wie in anderen Teilen Malawis sind die forstwirtschaftlichen Reserven im Projektgebiet aufgrund des hohen Bedarfs an Holz als Brennstoff und für Bauzwecke gering. Die Entwaldung hat zu einem Verlust der Bodenbedeckung geführt, was zu Bodenerosionen, schlechter Bodenfruchtbarkeit und schlechter landwirtschaftlicher Produktivität führt.

Bitte helfen Sie den Menschen in Malawi: Schon 30, 50 oder 100 Franken bewirken viel. Bitte nutzen Sie den roten Spendenknopf rechts oben oder unten – herzlichen Dank!

Kurz erklärt


Vor einigen Jahren wurde in Simbabwe die Anbaumethode «Farming God’s Way» – auf Deutsch «Landwirtschaft nach den Grundsätzen der Schöpfung» – formuliert.

Die Grundlagen und Empfehlungen sind wissenschaftlich belegt und decken sich mit Erkenntnissen aus dem ökologischen Landbau. Diese werden ergänzt durch biblische Leitsätze, die in den christlich geprägten Regionen Afrikas für Kleinbauern einfacher nachvollziehbar sind. Daher auch der Name.

Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet minimales Pflügen, keine Pestizide, organische Düngung und Bodenbedeckung mit Mulch, damit dieser nicht austrocknet. Der Ansatz wird oft kombiniert mit Wiederaufforstung von Wäldern und Quellschutz.

Projekt-Übersicht
Land:Malawi
Gebiet:Traditional Authority
Kachere, Distrikt Dedza
Schwerpunkte:Nachhaltige Landwirtschaft,
Aufbau von Spar-
und Leihgruppen, Einkommens-förderung, Mobilisierung von Kirchen
Partnerorganisation:Evangelical
Association of
Malawi (EAM)