Hoffnung trotz HIV/Aids: Malawisches Ehepaar lächelt in die Kamera
Malawi

Hoffnung trotz HIV/Aids

Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Eine der grössten Herausforderungen ist die steigende Zahl von Menschen, die mit HIV/Aids leben. Insgesamt gibt es rund 1 Million Kinder, welche aufgrund der Folgen von HIV/Aids zu (Halb-)Waisen geworden sind. Dank den TearFund-Partnern können sie die Schule abschliessen; Jugendliche machen eine Berufsausbildung. Zur Ernährungssicherung bekommen Familien landwirtschaftliche Beratung, Saatgut und Werkzeug.

Erlebt: Jonathan und Pauline sind wieder optimistisch

Das Ehepaar Jonathan und Pauline Mangochi ist HIV-positiv, ihre Tochter ebenfalls. Seit 3 Jahren wird die Familie von unserer Partnerorganisation EAM unterstützt. «Wir haben durch EAM viel zum Thema HIV/Aids gelernt und besuchen regelmässig unsere Selbsthilfegruppe. Nun wissen wir, wie wir uns selbst, andere und vor allem unsere Kinder vor HIV/Aids schützen können.» Ihr jüngeres Kind, ein Junge, wurde deshalb HIV-negativ geboren.

Die Familie hat ausserdem Ziegen bekommen. Diese dürfen sie behalten, wenn sie das erste Jungtier einem weiteren Projektbegünstigten übergeben. Inzwischen besitzen Jonathan und Pauline neun Ziegen. Zudem konnten sie bereits einige Tiere verkaufen und mit dem Verdienst ein Haus bauen. Durch die gesunde Ziegenmilch wird die Ernährung der Familie verbessert. Das Ehepaar ist sehr glücklich und stolz, dass sich ihr Leben so zum Positiven verändert hat!

Projektinhalt

Das Projekt „Mobilisieren fürs Leben“ arbeitet in verschiedenen Bereichen. Medizinische Aspekte werden mit sozio-ökonomischen und sozialen Anliegen kombiniert. Das Projekt mobilisiert Dorfchefs und Kirchenvorsteher, welche zum Thema HIV/Aids geschult werden und dieses Wissen kaskadenmässig weitergeben und in ihre Kommunen einbringen.

Dank Mithilfe dieser Freiwilligen, können in Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitszentren kostenlose HIV-Tests und -beratungen angeboten werden. Die Betroffenen werden motiviert, sich in Selbsthilfegruppen zu organisieren, in welchen sie sich unter anderem gegenseitig ermutigen, regelmässig Medikamente einzunehmen, sich ausgewogen zu ernähren sowie für ihre Rechte und gegen die Stigmatisierung von HIV/Aids einzustehen. Ausserdem werden Personen in der Pflege von chronisch kranken Menschen ausgebildet, um diese kompetent zu betreuen.

Weiter werden die Begünstigten in folgenden Bereichen unterstützt:

Einkommens- und Ernährungssicherung: Die Begünstigten werden in ihrer Tätigkeit als Landwirte beraten. Themen wie ökologischer Anbau, Aufforstung, Tierhaltung kommen zur Sprache. Dadurch können sie besseren Ertrag erwirtschaften und ihre Nahrungsversorgung sicherstellen. Zudem erhalten sie Saatgut, Setzlinge und Geräte. Auch der Aufbau und die Förderung von dörflichen Spar- und Leihgruppen ist eine wichtige und erfolgreiche Aktivität. Darüber hinaus können Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung abschliessen, welche es ihnen erlaubt, ein eigenes Einkommen zu generieren.

Förderung von Waisen: Durch Übernahme des Schulgelds wird der Schulbesuch gesichert. Darüber hinaus werden in «Clubs» die Kinder und jungen Erwachsenen nach der Schule kompetent betreut, wobei ihnen in Workshops unter anderem Themen wie Prävention von HIV/Aids weitergegeben werden.

Schulung und Betreuung von Eltern, Pflegefamilien und Pflegekindern: Waisen und gefährdete Kleinkinder werden in sogennanten «Community Based Child-Care-Centers» kompetent zwei Stunden pro Tag betreut und spielerisch pädagogisch gefördert. Zudem erhalten sie eine warme Mahlzeit. In dieser Zeit können die (Pflege-)Eltern ihrer Feldarbeit nachgehen und werden geschult im guten Umgang mit Kindern.

Partnerorganisationen

World Relief Malawi (WRM) arbeitet seit 1989 mit lokalen Kirchen in den Bereichen Nothilfe, Gesundheit und Entwicklung. Das Programm zur Mobilisierung der Kirchen wurde 1999 gestartet. Es war und ist eine effiziente Antwort auf die massive Ausbreitung von HIV/Aids.

Die Evangelical Association of Malawi (EAM) ist ein Zweckverband evangelischer Kirchen und christlicher Organisationen in Malawi. Der Verband wurde 1962 gegründet. Ziel ist, die Mitgliedkirchen zu stärken und soziale Projekte zu fördern.

Beide Partnerorganisationen sind als Nichtregierungsorganisation registriert und arbeiten eng mit staatlichen, kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen.

Projektgebiet

Das Projektgebiet liegt im Distrikt Salima und umfasst die Unterdistrikte Mwanza und Khombedza, 25 - 40 km nördlich des Distrikthauptorts Salima. Die Region zählt zu den ärmsten Gegenden des Landes.

Projekt-Übersicht

LandMalawi
GebietSalima-Distrikt

Schwerpunkte

Prävention, Mobilisierung von
Kirchen, Aufbau von Solidaritäts-
gruppen, Einkommensförderung,
Betreuung von Aidswaisen

Partner-
organisation

World Relief Malawi; Evangelical Association of Malawi