Plakat mit Hygieneanweisungen aus dem Südsudan. (Archivbild. Die Hygieneregeln helfen aber auch in der Corona-Krise)
Corona kennt keine Grenzen. Nächstenliebe auch nicht

Solidarität mit den Ärmsten

Nächstenliebe kennt keine Grenzen – das ist das Motto von TearFund. Um benachteiligte Menschen zu stärken, gehen wir weit.

Doch auch Viren kennen keine Grenzen, das erleben wir aktuell in einem Mass, das alles übersteigt, was heute lebende Menschen kennen. Die Realität der Pandemie trifft unsere Projekte auf eine Art, wie wir es vorher noch nie erlebt haben – und gefährdet die weltweite Arbeit von TearFund.

Immer wieder spüren wir, wie unerlässlich unsere lokalen Partnerorganisationen für unsere Arbeit sind. Mit ihrem Engagement und Know-how haben sie die Menschen in unseren Projekten widerstandsfähiger gegen Krisen gemacht. Sie haben dafür gesorgt, dass Kinder zur Schule gehen können und ihre Eltern langfristig Nahrung haben. Die durchgeführten Hygiene- und Gesundheits-schulungen retten jetzt in der Corona-Pandemie Leben.

Aus Nächstenliebe leisten unsere lokalen Partner zu einem bescheidenen Lohn ein Maximum. Ohne ihren Einsatz gegen die Armut wären alle Projektbeteiligten durch Corona respektive Hunger und anderen Krankheiten sehr stark gefährdet. 10'000e von Menschen sind weltweit dank unseren lokalen Partnern widerstandsfähiger gegen diese Krise.


Ricardo gibt die Hoffnung nicht auf

Allein zu Hause

Ricardo ist schon im fünften und somit letzten Modul seiner handwerklichen Ausbildung. Kurz vor der Zielgeraden bremst ihn Corona aus. Seit März 2020 findet kein Präsenz-Unterricht mehr statt. Einzelne Fächer finden online statt, leider ist das für die sehr praxisorientierten Fächer aber nur bedingt möglich. Für Ricardo ein herber Schlag. Er wohnt allein in einem gemieteten Zimmer. Seine Familie lebt über 300 km weit weg, in Cusco. «Ich vermisse meine Familie und meinen Ausbildungs-Begleiter sehr. Ich hätte so gerne normalen Unterricht», erzählt Ricardo. Zusätzlich erschwerend ist, dass er nun neben Miete und Essen auch noch viel höhere Handykosten hat. Damit er die Online-Lektionen anschauen kann, muss er zusätzliche Internetpakete auf sein Handy laden.

Schwerer Start ins Leben

Das ist allerdings nicht die erste Krise in Ricardos jungem Leben. Ricardo hat im Alter von zwei Jahren seine Mutter verloren. Später heiratet sein Vater erneut. Die Familie lebt in Cusco. Da sie nicht genug zum Leben haben, zieht die Familie nach Andahuaylas. Für Ricardo öffnet sich damit eine Tür. Er kann eine handwerkliche Ausbildung als Schreiner starten. Doch für die Familie bringt der Umzug nicht den gewünschten Aufschwung. Sie entscheiden sich, wieder zurück nach Cusco zu gehen. Ricardo steht mitten in seiner Ausbildung, was soll er tun? Er entscheidet sich allein zurückzubleiben. Er möchte seine Ausbildung unbedingt abschliessen. Sein Vater schickt ihm, wann immer möglich, etwas Geld. Ricardo versucht zudem durch kleine Nebenjobs noch etwas Geld zu verdienen. Im Moment ist das zusätzlich schwierig.

Klare Vision trotz Krisen

Ricardo lernt gerne und er versteht schnell, dass das Fachwissen als Schreiner ihm gute Jobchancen bieten kann. In der Nähe gibt es ein grosses Holzlager. Ricardos Ziel ist es, dort später eine feste Anstellung zu bekommen. Aber das ist nur eine Etappe seiner beruflichen Laufbahn: «In der Schule habe ich auch gelernt, was es heisst, ein Unternehmer zu sein. Ich sehe mich bereits jetzt als Unternehmer und freue mich auf meine Zukunft in der Arbeitswelt».

Ricardo der Politiker

In der praxisnahen Ausbildung hat Ricardo auch gelernt über gesellschaftliche und politische Zusammenhänge nachzudenken. Dabei hat er seine Leidenschaft für Politik entdeckt. Seine Hauptanliegen, für die er sich einsetzten will: Gleichberechtigung und die Rechte von besonders Schutzbedürftigen. Und er sieht viel Potenzial für die zukünftigen Generationen. «Es ist mein Anliegen, dass noch viele Jugendliche von dieser Ausbildung profitieren können. Denn ich bin überzeugt: Wenn wir Jugendliche ermutigen, Träume und Visionen zu haben, erkennen sie ihr Potenzial und können in ihre Berufung hineinwachsen.»

Abschluss wird folgen?!

Im Moment wird es nicht möglich sein, praktische Prüfungen abzulegen. Unser Partner «Paz y Esperanza» hat sich aber eine Lösung überlegt. Sie möchten den Jugendlichen ermöglichen, die Prüfungen in den Sommerferien 2021 nach zu holen. Ricardo ist zuversichtlich und geduldig und investiert seine Zeit und Energie in Zeichnungen, die andere Jugendliche inspirieren sollen.

Sie wollen mehr über unsere Arbeit in Peru wissen? Lesen Sie hier über das Projekt «Berufsbildung mit Zukunft».

Bitte helfen Sie den Menschen: Schon 30, 50 oder 100 Franken bewirken viel. Bitte nutzen Sie den roten Spendenknopf rechts oben oder unten – herzlichen Dank!

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Interaction startet einen Aufruf für Projekte der Mitgliederwerke

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