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Ein Kind mit einem Eimer in der Hand in einem Armenviertel, am linken Bildrand ist ein völlig verdreckter Wasserlauf zu sehen.
Bild: Reuters/Katrina Manson, courtesy: www.alertnet.org

tearinfo 01/09

Die Not mit der Notdurft

 

Liebe Leserin, lieber Leser

Während meinem Missionseinsatz in den südlichen Philippinen kaufte ich für 300 Franken ein einfaches Haus. Wie in jedem anderen Haus im kleinen Dorf gab es weder fliessendes Wasser noch eine Toilette. Das war sicherlich mit ein Grund, weshalb fast alle Familien ein Kind durch einen frühen Tod zu beklagen hatten.

Gleich nach dem Einzug fing ich an eine Grube für eine Latrine auszuheben, etwa drei Meter vom Eingang unseres Häuschens entfernt. Schon bald sammelte sich eine Menschenmenge um die Grube. Während ich tiefer grub, lauschte ich den interessanten Bemerkungen: „Weshalb wollen die eine Toilette? Das ist gefährlich für die Kinder, die könnten ja in die Grube fallen! Das dunkle Loch der Toilette ist ideal für Schlangen! Nachts das Haus zu verlassen um auf die Latrine zu gehen ist gefährlich – und sowieso, wir könnten uns eine solche Konstruktion nicht leisten.“

Über Fäkalien wird nicht gerne geredet. TearFund spricht das tabuisierte Thema trotzdem an, denn die Not ist unvorstellbar gross: Wie unsere damaligen Dorfnachbarn hat mehr als ein Drittel der Menschheit keine Toilette! Mit verheerenden Auswirkungen: Millionen von Menschen in Ländern des Südens sterben jährlich an den Folgen von fehlenden sanitären Anlagen und mangelhafter Hygiene.

Bitte beten Sie dafür, dass diese äusserst wichtige Grundversorgung die nötige Priorität erhält – gerade auch bei politischen Verantwortungsträgern!

Gerhard Bärtschi

Geschäftsleiter

TearFund Schweiz | Josefstrasse 34 | 8005 Zürich | 044 447 44 00 | info(at)tearfund.ch

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