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Hussein und Hadijah stehen zusammen mit zwei ihrer Kinder vor ihrer Hütte.
Bild: CRWRC

Hunger in Afrika

Eine angekündigte Katastrophe

Eigentlich sah man es kommen, verschiedene Humanitäre Organisationen warnten seit Monaten davor, dass wieder grosser Hunger in Afrika droht. Die Prognosen bewahrheiten sich: am Horn von Afrika herrscht Hunger durch die schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Die Ernten sind weitgehend zerstört, das Vieh verendet. Besonders betroffen sind Kinder, unzählige sterben in den Armen ihrer Mütter an Hunger. Auch Hadijah (Bild) machte sich grosse Sorgen um ihre Kleinen. Dank Lebensmittelhilfe darf die Mutter nun aufatmen.

Hunger in Afrika: Hintergründe

Die Situation ist dramatisch, vor allem in Somalia, Nordkenia und Ostäthiopien. In gewissen Regionen hat es bereits seit über 16 Monaten nicht mehr geregnet, die Niederschläge in diesem Jahr kamen zu spät und betrugen mengenmässig weniger als 30% des langjährigen Mittels. Zudem verzeichnen die Preise für Grundnahrungsmittel einen enormen Anstieg, während gleichzeitig die Verkaufspreise für Vieh stark gesunken sind. Da die grossen Tierherden stark dezimiert wurden, fehlt vielen Familien auch noch das Zusatzeinkommen. Hussein, der Mann von Hadijah, hütet normalerweise das Vieh reicherer Leute. Nun fällt auch diese Möglichkeit weg. Vor der nächsten Ernte im Januar 2012 kann nicht mit einer Besserung der Situation gerechnet werden.

Erschwerend wirkt sich der Bürgerkrieg in Somalia aus. Zu vielen der am schlimmsten betroffenen Gebiete haben Hilfsorganisationen kaum Zugang.

 

Lesen Sie mehr zur Antwort von TearFund auf den Hunger in Afrika

Hilfe kommt an

Die lokalen Partner von TearFund versorgen Familien am Horn von Afrika mit Lebensmittelrationen, bestehend beispielsweise aus Mais und Bohnen sowie Trinkwasser. Zudem wird für die Tierbestände gesorgt – die Lebensgrundlage der meisten lokalen Familien. Für eine nachhaltige Wirkung arbeiten viele Familien als Gegenleistung bei Projekten mit, welche der Gemeinschaft dienen (z.B. Bau von Wasserrückhaltebecken). Auch Hussein packt mit an. Er ist zuversichtlich. Die kurze Regenzeit hat begonnen und er pflanzt Mais und Bohnen an. Bei einer guten Ernte im Januar kann die Familie bald wieder selbständig für sich sorgen und sogar an eine Zukunft denken.


Herzlichen Dank auch für Ihre finanzielle Unterstützung, Sie retten damit Leben!


Für CHF 40.00 erhält ein Haushalt eine Nahrungsmittelration für einen Monat.
Für CHF 20.00 erhält ein Haushalt einen Monat lang Zugang zu ausreichendem Trinkwasser und Hygiene.

Für CHF 25.00 erhält ein Haushalt Futtermittel und Veterinärservice

 

Subventioniert Europa den Hunger in der Welt?

Subventioniert Europa den Hunger in der Welt?

Auszug aus einem Artikel von Jutta Wasserrab, publiziert unter dw-world.de

Vor knapp zwanzig Jahren wurden in Deutschland zu 70 Prozent ganze Hühner verkauft. Heute kaufen die Deutschen zu 80 Prozent ihr Huhn in Teilen - am liebsten  Brust. Während in Deutschland Innereien, Flügel, Hals oder Unterschenkel aus den Regalen verschwanden, tauchten eben diese Geflügelteile immer häufiger als gefrorenes Billigfleisch in West- und Zentralafrika wieder auf. Zum Beispiel in Ghana.
Seit 1995 ist der Geflügelexport aus der EU nach Ghana von einigen Tausend Tonnen auf 40.000 Tonnen im letzten Jahr gestiegen. Das sind vierzig Prozent des gesamten Marktes für Hühnerfleisch in Ghana. Die restlichen sechzig Prozent teilen die USA und Brasilien unter sich auf.
Das Tiefkühlfleisch aus der EU gab es zum Spottpreis für 60, 70 Cent das Kilo. Ein ghanaischer Geflügelfarmer muss aber drei bis vier Euro pro Kilo verlangen, um von seinem Geschäft leben zu können. In den Städten ist die einheimische Produktion komplett zusammengebrochen. Zu 95 Prozent kommt das Fleisch mittlerweile aus dem Ausland, sagt Stig Tanzmann vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) im Gespräch mit DW-WORLD.DE. Einhunderttausend Arbeitsplätze sind dem Land dadurch verloren gegangen, schätzt der Entwicklungsexperte.
Eigentlich müsste in den Ländern des Südens in die Landwirtschaft investiert werden. Dazu müssten sie sich jedoch vor billigen Preisen aus dem Ausland schützen können. Doch es fehlt  die politische Durchsetzungskraft. Beispiel Ghana: Als Ghana seine Importzölle für Geflügelfleisch anheben wollte, drohten Weltbank und IWF mit einer Kreditsperre. Ghanas Regierung gab klein bei. Sein Staatshaushalt wäre ohne die internationale Finanzierung zusammengebrochen.

Lesen Sie den ganzen Artikel unter dw-world.de

 

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