Nothilfe: Darfur, Sudan
Anhaltender Konflikt erfordert integrierte Nothilfe
Der Konflikt in Darfur dauert schon sechs Jahre und forderte bisher rund 300'000 Opfer. 2,6 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Im vergangenen Jahr nahm die Gewalt in Darfur weiter zu. Für humanitäre Organisationen wird es zunehmend schwierig, den betroffenen Menschen zu helfen. Trotzdem engagiert sich TearFund weiterhin für die leidende Bevölkerung in Darfur.
„Es war am Tag meiner Hochzeit, als eine Gruppe bewaffneter Janjaweed-Milizen unser Dorf angriff. Sie fällten alle Mangobäume und raubten unsere Kühe und Ziegen. Sie drohten uns umzubringen und schlugen mich so lange, dass ich danach eine Zeit lang nicht mehr sehen konnte.“ Ibrahim (42) ist Mitglied des Dorfrates von Gogoma Shargiya, einer kleinen Siedlung in der Provinz Westdarfur im Sudan. Er berichtet weiter: „Wenn diese Menschen heute frei herumziehen, die unsere Frauen vor unseren Augen vergewaltigt haben, bleibt mir nichts anderes übrig, als die Sache Gott abzugeben.“
Keine politische Lösung sichtbar
Ein Ende des Konfliktes in Darfur ist leider nicht in Sicht. Vielmehr haben sich die Zahlen der Fronten und Konfrontationen stark ausgeweitet. Die Gewalt hat wieder zugenommen und die Situation der im eigenen Land vertriebenen Menschen hat sich dramatisch verschlechtert. Durch den Umstand, dass 13 internationale Hilfswerke gezwungen waren, das Land zu verlassen, hat sich die Situation für die Bevölkerung weiter verschlechtert. Die internationale Friedenstruppe ist leider weit davon entfernt, die Region befrieden zu können.
Integriertes Nothilfeprojekt in Kass, Süd-Darfur
Seit mehreren Jahren leistet TearFund in Zusammenarbeit mit Tearfund UK in Darfur einen Beitrag an die interdisziplinären Nothilfeprojekte. Das Projekt in der Region Wadi Salih wird in den nächsten Monaten abgeschlossen. Die Nothilfeaktivitäten werden in der Region Kass in Süd-Darfur weitergeführt. Insgesamt werden rund 45'000 Menschen in der Region Kass mittels eines integrierten Nothilfeprojekts unterstützt. Die begünstigten Menschen leben vorwiegend in Zentren für intern vertriebene Menschen. Die Projektaktivitäten erfolgen in den Bereichen Basisgesundheit (Hygiene und Prävention), Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen sowie die Sicherstellung weiterer Grundbedürfnisse der begünstigten Menschen.
Sie können helfen
CHF 30.- sind nötig, damit eine Familie einen Pflug anschaffen kann, der die
Feldarbeit erheblich erleichtert. Mit CHF 65.- kann der Bau eines einfachen Freizeitzentrums für Jugendliche finanziert werden. Für CHF 310.- erhalten 100 Kinder ein Jahr lang Gesundheitsunterricht.
Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung!
14. Dezember 2009
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