
- Bild: Kieran Dodds/tearfund UK
Nothilfe: Simbabwe
Ernährungssicherung
Die Bevölkerung von Simbabwe litt in den letzten Jahren an einer ausgedehnten wirtschaftlichen und soziopolitischen Krise, die bis heute anhält. Die Ernährungssicherheit in Simbabwe ist seit einigen Jahren kritisch. Nach Einschätzung von Fachpersonen befindet sich das Land wiederum am Rande einer Hungersnot. Übermässige Niederschläge in den einen Gegenden oder ausbleibender Regen in anderen Gebieten haben grosse Teile der Maisernte vernichtet.
Seit dem letzten Jahr zeichnete sich eine leichte Verbesserung der Situation ab. Eine weit bessere Ernte im letzten Jahr als im Jahr zuvor (doppelter Ertrag) und die gelockerten Importbestimmungen hatten die Situation zwischenzeitlich leicht entschärft. Nun sind wiederum über 2 Millionen Menschen von Hunger bedroht.
Weiterhin Kampf ums Überleben
Nach zwei ununterbrochenen, harten und massiven Krisenjahren kämpfen viele Haushalte ums Überleben. Der Wiederaufbau ihrer Existenzgrundlage wird noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Das Welternährungsprogramm und die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft schätzen, dass in diesem Jahr 2,8 Millionen Menschen in Simbabwe auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein werden.
Unterstützung für Bauernfamilien
Die TearFund Partnerorganisation „River of Life“ leistet einen wichtigen Beitrag am Aufbau einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion in Simbabwe. Als Kernelemente des Projekts gelten die Förderung der lokalen Saatgutproduktion durch Sorten der offenen Bestäubung und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Die Partnerorganisation legt besonders Wert darauf, dass die vom Projekt begünstigten Bauern über das Wissen für eine nachhaltige Produktionsweise verfügen. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Erhalt oder Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit durch eine angepasste Bewirtschaftungsmethode. Die Bauern werden angeleitet für eine möglichst konstante Bodenbedeckung zu sorgen, den Boden möglichst wenig zu bearbeiten und durch den Anbau von Mischkulturen und Gründüngungspflanzen, den Nährstoffhaushalt und den Anteil an organischer Substanz im Boden zu verbessern. Durch die Gewährleistung einer konstanten Bodenbedeckung und einer nur minimaler Bodenbearbeitung wird der Wasserhaushalt des Bodens verbessert. Die Böden trocken während einer Trockenheitsperiode weniger schnell aus und sind in der Lage mehr Wasser zurückzuhalten.
Projekt zieht Kreise
Insgesamt werden 10‘000 Haushalte (Selbstversorger) durch das Projekt begünstigt. Es ist geplant, das Projekt über mindestens drei Jahre zu führen. Im ersten Jahr erhalten rund 10‘000 Haushalte Zugang zu Saatgut für Maissorten die durch offene Bestäubung vermehrt werden können. Diese Sorten sind an die lokalen Bedingungen angepasst und sind eher resistent gegen Trockenperioden. Bei idealen Bedingungen liegen die Erträge etwas unter den Hybridsorten, doch in der gegenwärtigen Situation vieler Haushalte überwiegen die Vorteile von Sorten, die durch offene Bestäubung vermehrt werden können, gerade deshalb weil die Haushalte für mindestens drei Jahre Saatgut von der eigenen Ernte gewinnen können. In den folgenden Jahren wird erwartet, das mindestens drei Viertel aller begünstigten Haushalte 100 kg Saatgut pro Hektare als Darlehen an weitere Haushalte weitergegeben werden können, die wiederum Saatgut anderen Haushalten zur Verfügung stellen. Als ein weiteres wichtiges Ziel wird erwartet, dass die durchschnittliche Ernte pro Hektare 1‘500 kg übersteigt. Als Vergleich wurde im Jahr 2009 800 kg pro Hektare geerntet. Die absolut schlechteste Ernte war 2008 mit durchschnittlich sehr tiefen 270 kg pro Hektare. Die durchschnittlichen Erträge in Ländern des Südens liegen bei rund 1‘300 kg pro Hektare.
März 2010
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