
- Richard Hanson / Tearfund UK
Nothilfe: Ostkongo
Die Todesfalle Malaria
Die Demokratische Republik Kongo ist weiterhin Schauplatz einer der weltweit schlimmsten humanitären Krisen. Die immer wieder aufflammenden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Milizen treffen die verwundbare Bevölkerung hart. Die systematische Vergewaltigung von Frauen hat ein unvorstellbares Ausmass erreicht. In der Demokratischen Republik Kongo werden jährlich rund vier Millionen Malariaerkrankungen registriert. Die meistgefährdeten Bevölkerungsgruppen sind Kleinkinder unter fünf Jahren, schwangere Frauen und chronisch kranke Menschen. Gemäss Schätzungen sind 40% der Todesfälle von Kindern im Kongo auf Malaria zurückzuführen.
Malaria wird als eine wasserbedingte Erkrankung bezeichnet, weil deren Träger, die Anophelesmücke, stehendes Wasser als Brutplatz benötigt. Die lokale TearFund-Partnerorganisation „Programme de Promotion des Soins de Santé Primaires“ (PPSSP) setzt sich im Ostkongo intensiv für die Bekämpfung von Malaria ein. Ein wichtiges Element der Arbeit ist die Sensibilisierung der Bevölkerung über die Zusammenhänge zwischen dem Lebensraum der Anophelesmücke und Malaria. Die Verhinderung von stehendem Wasser nahe der Wohnräume und die Umgebungspflege sollen die Brutplätze der Anophelesmücke verringern.
10'000 Moskitonetze werden verteilt
Die Bevölkerung wird auf die Bedeutung von imprägnierten Moskitonetzen hingewiesen und lernt deren korrekte Verwendung. Die Moskitonetze sind mit einem Insektizid behandelt und schützen nicht nur die schlafende Person vor Stichen, sondern töten gleichzeitig die Mücken. In Zusammenarbeit mit der Gesundheitszone Beni in der Provinz Nord-Kivu, werden insbesondere die Risikogruppen als Empfänger eines imprägnierten Moskitonetzes ausgewählt. Insgesamt werden in diesem Jahr 10‘000 Moskitonetze an Familien verteilt.
Während der aktuellen Projektphase von 2009 bis 2014 arbeitet die Partnerorganisation in Gebieten mit einer Gesamtbevölkerung von 1,85 Millionen Menschen. In Schulen, Dörfern und Camps für im eigenen Land vertriebene Menschen wird eine ausreichende Trinkwasserversorgung aufgebaut. Im 2009 haben rund 30'000 Menschen von verbessertem Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen sowie höherem Hygienebewusstsein profitiert.
Sehnsucht nach Frieden
Valeries Mann wurde während dem Krieg brutal ermordet. Seitdem lebt sie in einem Camp für im eigenen Land vertriebene Menschen. Sie erzählt, wie sich ihr Leben dank der Hilfe von TearFund verändert hat: „Ich konnte Gesundheitskurse besuchen und erhielt Saatgut und Werkzeug für den Ackerbau", erzählt Valerie. Traumatisierte Frauen wie Valerie erhalten Hilfe von fachlich kompetenten Mitarbeiterinnen der Partnerorganisation. Valerie berichtet: „Stück für Stück begann ich zu verstehen, dass Vergebung zu Versöhnung führt und dass Versöhnung Frieden bringt. Wenn wir Frieden im Herzen haben, führt das zu Frieden um uns herum.“
Viele Menschen in der Demokratischen Republik Kongo sehnen sich wie Valerie nach Frieden. Sie sind bereit, aufeinander zuzugehen. Trotzdem gibt es bisher leider keinen Frieden, weil die Interessen politischer und wirtschaftlicher Akteure diesen Friedensbemühungen im Wege stehen.
Jede Spende ist kostbar
Für CHF 25.- kann eine Gesundheitsberaterin ausgebildet werden. Für CHF 65.- erhalten 10 Menschen ein imprägniertes Moskitonetz, das Leben schützt. CHF 125.- sind nötig, um eine einfache Latrine zu bauen. Für CHF 1'350.- kann ein Bohrbrunnen inklusive Schutzmassnahmen gebaut werden.
Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre wertvolle Unterstützung und Solidariät mit den Not leidenden Menschen in der Demokratischen Republik Kongo.
Juni 2010



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