2,5 Milliarden Menschen erwachen jeden Tag und wissen nicht, wo sie ihre Notdurft verrichten sollen. 900 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Gemäss den Millenniums-Entwicklungszielen sollen diese Zahlen bis 2015 drastisch verringert werden. Doch die Welt setzt sich kaum dafür ein. Ein Skandal, der zum Himmel stinkt!
TearFund thematisiert im 2009 und 2010 diese ungeheuerliche Not. Mit Artikeln im Magazin tearinfo, einem Ideenpaket für Kirchgemeinden und einer Postkarten-Aktion (Petition im 2009) wird Sensibilisierungsarbeit geleistet. Sagen Sie gemeinsam mit TearFund verschmutztem Wasser und fehlenden Latrinen den Kampf an!
Entwicklung gebremst
Die mangelnden Fortschritte im Bereich Wasser und sanitäre Einrichtungen haben weitreichende Folgen und hemmen direkt und indirekt die Entwicklung in anderen Bereichen.
- Kindersterblichkeit: Jeden Tag sterben mehr als 5000 Kinder unter fünf Jahren wegen verseuchtem Wasser. Das gleicht dem Absturz von 12 Jumbojets voller Kleinkinder! Der grösste Teil dieser Todesfälle wäre vermeidbar, wenn sauberes Wasser und sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen würden.
- Bildung: Viele Kinder können aufgrund von vermeidbaren Krankheiten die Schule nicht regelmässig besuchen. Zudem sind in vielen Haushalten Kinder zuständig dafür, das Wasser für die Familie zu holen. Sind die Wasserstellen sehr weit entfernt, kommen sie zu spät zum Unterricht.
- Wirtschaft: Mehrere Stunden täglich sind Menschen unterwegs zu Wasserquellen, stehen in der Schlange vor dem Brunnen oder suchen nach einem geschützten Platz, um die Notdurft zu verrichten. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass diese Zeit einen ökonomischen Wert von über 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr hat – Geld, das den ärmsten Ländern fehlt.
- Stellung der Frauen: Wo keine Latrinen vorhanden sind, muss die Notdurft draussen verrichtet werden. Millionen von Frauen und Mädchen werden weltweit sexuell belästigt oder vergewaltigt, weil sie in der Dunkelheit aufs offene Feld hinaus müssen. Denn fehlende Intimsphäre bedeutet fehlender Schutz. Zudem brechen viele Mädchen die Schule ab, sobald ihre Monatsblutungen einsetzen, weil die Wahrung ihrer Privatsphäre nicht gesichert ist. Vielen Frauen fehlt zudem die Zeit für wirtschaftliche Aktivitäten, Bildung oder das soziale Leben, weil sie mit der Wasserbeschaffung und der Pflege von an Durchfall erkrankten Angehörigen ausgelastet sind.
Genügend Gründe für rasches Handeln
Zu den oben genannten Folgen von mangelnder Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Einrichtungen könnten weitere hinzugefügt werden. Doch schon jede einzelne Auswirkung ist für sich Grund genug, rasch und entschieden zu handeln. Durch diverse Projekte verbessert TearFund die Situation lokal in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung in den Projektgebieten. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern setzt sich TearFund dafür ein, dass auch politische Massnahmen ergriffen werden.