Uganda
Wasser- und Hygieneprogramm
Viele Frauen und Kinder im Kabale Distrikt im Südwesten von Uganda verbringen bis zu vier Stunden täglich mit der Beschaffung von geringen Mengen verschmutzten Wassers. Zahlreiche Menschen leiden unter Krankheiten, welche durch verunreinigtes Wasser übertragen wurden. Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation unterstützt TearFund die Menschen im Kabale-Distrikt u.a. durch eine verbesserte, nachhaltige Wasserversorgung und durch sanitäre Einrichtungen.
Projektgebiet
Das Projektgebiet befindet sich in der Diözese Kigezi, die sich geografisch mit dem Kabale-Distrikt deckt. Der Distrikt im Südwesten Ugandas ist sehr gebirgig und liegt auf einer Höhe von 1'800 bis 2'600 m.ü.M. Das Gebiet gehört zu den am dichtesten besiedelten in Uganda. Fast die gesamte Bevölkerung im Projektgebiet gehört zur Volksgruppe der Bakiga und spricht Rukiga als Muttersprache. Englisch ist ebenfalls weit verbreitet.
Partnerorganisation
Unsere Partnerorganisation in Uganda ist das Kigezi Diocese Water & Sanitation Programme (KDWSP) der Kirche von Uganda. KDWSP arbeitet seit 21 Jahren im Kabale-Distrikt im Südwesten von Uganda und engagiert sich für eine Verbesserung im Bereich Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen. KDWSP wird von der Kirche von Uganda betrieben und untersteht der Diözese Kigezi.
Projektziele
Lediglich 61% der Bevölkerung in Uganda hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Im Kabale-Distrikt sind es sogar nur 50%. Wasserquellen sind weit entfernt. Aufgrund fehlender Latrinen werden Boden-, Oberflächen- und Grundwasser durch menschliche und tierische Exkremente verschmutzt. Fast überall fehlt den Leuten das Wissen über die Zusammenhänge zwischen verunreinigtem Wasser, schlechten Hygienepraktiken und durch Wasser übertragene Krankheiten.
Das Ziel des Wasser- und Hygiene-Programms ist Armutsreduktion durch eine verbesserte und nachhaltige Wasserversorgung. Zudem befähigt unsere Partnerorganisation die Bevölkerung dazu, umfassende Hygienemassnahmen zu treffen (Entsorgung von menschlichen Exkrementen und Körperhygiene). Auch Prävention wird betrieben.
Ein wesentlicher Gewinn für die Bevölkerung wird erzielt, weil Frauen und Kinder (vor allem Mädchen) deutlich weniger Zeit mit der Beschaffung von Trinkwasser verbringen müssen. Mütter haben mehr Zeit, sich um die Kinder, den Garten und möglicherweise sogar einen Nebenerwerb zu kümmern. Die Kinder können regelmässig die Schule besuchen. Eine gute Ausbildung bietet Perspektiven aus der Armut und wirkt sich auf die gesamte Gesellschaft aus.
Arbeitsweise
Unsere lokale Partnerorganisation unterstützt die Bevölkerung in der Konstruktion von Wasserversorgungssystemen durch Quellwasser- und Regenwasserfassungen. Auch der Schutz von Quellgebieten wird angestrebt. Zudem wird die Bevölkerung in den Bereichen Hygiene, Gesundheitspflege und im Unterhalt von lokalen Wasserversorgungssystemen geschult. Durch eine permanente Unterstützung und Begleitung der Begünstigten wird der Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Gesundheitspflege nachhaltig verbessert.
Das Projekt hat eine grosse Breitenwirkung. Die Wasserversorgungssysteme sind von Anfang an ein sogenanntes "Common good" (Allgemeingut). Von der Idee bis zur Umsetzung behält die Bevölkerung die Verantwortung. KDWSP ist nie Eigentümer einer Wasserversorgung, auch nicht während der Bauphase. Die Dorfgemeinschaften sind für den Unterhalt der Systeme zuständig. Sie werden in allen Aspekten des Unterhaltes geschult, inklusive dem Sammeln von Unterhaltsgeldern und ihre Verwaltung. Die Projektdörfer werden noch lange nach dem Abschluss des Projektes begleitet und unterstützt.
Erlebt
Die 13-jährige Stidia hat Zukunftspläne. Sie möchte gerne Lehrerin werden. Doch es gab Momente, da schien dies unerreichbar. Dann nämlich, wenn sie beim Wasserholen von älteren Knaben belästigt und aufgehalten worden war. Stidia hatte Angst, denn es waren schon Mädchen bei den Wasserquellen vergewaltigt worden. Zudem kam sie besonders nach solchen Vorfällen jeweils zu spät zur Schule und verpasste viel. So wäre ihr Berufswunsch wohl ein Wunschtraum geblieben.
Heute geht Stidia wieder regelmässig in den Unterricht. Sie braucht nicht mehr bei den Quellen im Tal Wasser zu holen. Ihre Familie hat einen Regenwassertank direkt neben ihrem Haus erhalten. Stidia ist dankbar: „Nun kann ich sogar meinen Nachbarn Wasser geben.“
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