Interkulturelle Bildung: Eine Gruppe farbig gekleideter Schulkinder, die ihre Hände in die Luft strecken.
Peru

Interkulturelle Bildung

In der Andenprovinz Andahuaylas wird Quechua gesprochen. Der Schulunterricht ist vorwiegend in Spanisch. Das verstehen die Kinder bei Schuleintritt jedoch kaum. Diese Benachteiligung in der Bildung trägt dazu bei, dass unter den indigenen Bürgern Perus überproportional viel Armut herrscht. Hier setzt das interkulturelle Bildungsprogramm des TearFund-Partners an. Es schliesst Erwachsene mit ein und fördert so nachhaltige Entwicklung.

Erlebt: Carlos wird ein aktiver Schüler

«Es gefällt mir, wenn mich meine Lehrerin auf Quechua unterrichtet», erzählt der Schüler Carlos. «Wenn sie Spanisch spricht, schaue ich nämlich nur die Wandtafel an. Ich kann nicht mitmachen, weil ich noch kein Spanisch spreche. Früher wusste ich nichts über meine Kultur und hatte Angst, vor Leuten zu reden. Jetzt habe ich keine Hemmungen mehr.»

Auch die Lehrerin Nancy L. äussert sich erfreut über das Projekt: «Unterstützt durch Paz y Esperanza habe ich begonnen, die Schüler noch viel mehr in ihrer Kultur wertzuschätzen. Natürlich stehen wir erst am Anfang. Dieser Prozess muss weitergehen. Aber die Schüler haben Freude und beteiligen sich besser und vertrauensvoller am Unterricht.»

Projektinhalt

Ziel des Projekts ist, das Bildungssystem in der Provinz Andahuaylas zu reformieren. Kinder und Jugendliche sollen eine praxisnahe und solide Ausbildung im Einklang mit ihrer Muttersprache – dem Quechua – erhalten.

Das interkulturelle Bildungsprogramm sieht zudem vor, ein Bildungskonzept zu erarbeiten, das griffig und auf die lokalen Verhältnisse zugeschnitten ist. Insgesamt 33 Schulen in den fünf Distrikten profitieren davon. Das Bildungsprogramm dient auch den Erwachsenen und fördert dadurch die nachhaltige Entwicklung der Dörfer im Projektgebiet.

Konkret werden Schulverwaltung, Lehr- und Lernverhalten, sowie Beziehung Schule – Elternhaus – Gemeinde gestärkt. Lehrkräfte erhalten fachliche Hilfe und die Kinder werden unter Berücksichtigung des Quechua eingeschult. Die Kultur der Anden, die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten sowie die Sorge zur Umwelt sind weitere Aspekte des Projekts. Und schliesslich geht es auch darum, dass die Projektbegünstigten an den relevanten Veränderungsprozessen in anderen Landesteilen teilnehmen und davon profitieren können.

Partnerorganisation

Paz y Esperanza («Frieden und Hoffnung») ist eine peruanische, zivilgesellschaftliche, christliche Hilfsorganisation. Sie setzt sich seit 1996 für die Rechte der Armen und ihre ganzheitliche Entwicklung ein. Ihr Auftrag sind gesellschaftliche Veränderungen und bessere Lebensqualitäten für alle.

Projektgebiet

Das Projektgebiet umfasst fünf Distrikte in der gebirgigen, südperuanischen Provinz Andahuaylas. Die Stadt Andahuaylas liegt auf 2900 m ü. M. und zählt 32'000 Einwohner. Die Menschen leben vorwiegend von der Landwirtschaft, allerdings mit kargen Erträgen. Die ganze Region Apurímac, zu der Andahuaylas gehört, gilt als eine der ärmsten Regionen des Landes. 75 % der Menschen sprechen Quechua. Offizielle Landessprache ist Spanisch.

Projekt-Übersicht

LandPeru
GebietAndahuaylas

Schwerpunkte

Weiterbildung von
Lehrpersonen,
Vorschulen,
Dorfentwicklung

Partner-
organisation
Paz y Esperanza