
Peru
Verhinderung von häuslicher Gewalt
Sexualverbrechen und häusliche Gewalt sind das dritthäufigste Verbrechen in Peru. Die TearFund-Partnerorganisation bekämpft diese Missstände durch die drei Bereiche Prävention, Rehabilitation und Strafverfolgung. In Zusammenarbeit mit Schulen, Kirchgemeinden und lokalen Behörden führen Mitarbeiter in den abgelegenen Dörfern von Huanuco Workshops durch. Daraus entstehen lokale „Komitees gegen häusliche Gewalt“. Diese Gruppen dienen als Auffangnetz für effektive Fälle von Missbrauch und Gewalt. Opfer werden von Fachpersonen professionell betreut.
Projektgebiet
Projektgebiet
Die Provinz Pachitea in der Region Huánuco liegt rund 450 km nördöstlich von Lima im Bergland der Anden auf einer Höhe von 2000 bis 3800 MüM. Die Menschen leben vorwiegend von der Landwirtschaft, allerdings mit kargen Erträgen. Die Provinz Pachitea gilt daher als eine der ärmsten Regionen des Landes. Die Analphabetenquote ist sehr hoch.
In einer Studie im Jahre 1998 über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen in Huánuco wurde festgestellt, dass eine hohe Zahl von ihnen sexuell missbraucht wurde. Die Nachfrage nach einer ganzheitlichen Betreuung dieser Opfer häuslicher Gewalt war offensichtlich.
Partnerorganisation
Partnerorganisation
Ausführende Partnerorganisation ist Paz y Esperanza, welche bereits seit 1999 in Huánuco tätig ist. Paz y Esperanza ist eine peruanische, zivilgesellschaftliche, christliche Hilfsorganisation. Sie setzt sich für die Rechte der Armen und ihrer ganzheitlichen Entwicklung ein. Ihr Auftrag sind gesellschaftliche Veränderungen und bessere Lebensqualitäten für alle.
Projektziele
Projektziele
Mindestens die Hälfte der Bevölkerung der Provinz Pachitea wird über sexuelle und häusliche Gewalt informiert. An allen Einsatzorten helfen die Menschen mit, ein Kontrollsystem oder eine Selbsthilfegruppe aufzubauen. Opfer sollen Gerechtigkeit erfahren und ganzheitliche Hilfe erhalten. Die Organisation setzt sich zum Ziel, 60 Frauen und 120 missbrauchte Kinder und Jugendliche psychologisch und seelsorgerlich zu begleiten und hilft ihnen, im Leben wieder Fuss zu fassen.
Eine Mehrheit der Beamten in Politik und Justiz sollen über Sexualdelikte und Fälle von Missbrauch in ihrer Provinz besser informiert werden. Sie werden aufgefordert, sich für Gerechtigkeit und eine faire Behandlung der Opfer einzusetzen.
Arbeitsweise
Arbeitsweise
Was anfänglich als Präventionsarbeit begann, wurde 2003 in ein Dreisäulenprinzip ausgeweitet: Prävention – Rehabilitation – Strafverfolgung. Paz y Esperanza bringt das Thema überall in der Provinz zur Sprache: In Schulen, Kirchen, auf öffentlichen Plätzen, bei der Polizei und den Justizbehörden. In der Präventionsarbeit setzt das Team eigens entworfene, der Kultur des Landes entsprechende Informationsmaterialien ein. Regelmässig werden die Medien mit einbezogen. Sie berichten über die Aktivitäten und halten den Druck auf die Behörden aufrecht.
Missbrauchte Kinder haben ein schweres Trauma, das sie verarbeiten müssen. Paz y Esperanza betreibt ein Mädchenhaus auf einer Biofarm, 20 km ausserhalb von Huánuco. Psychologinnen und Seelsorgerinnen begleiten sie und helfen ihnen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Als weiterer Aspekt des Projektes werden Sexualtäter strafrechtlich verfolgt und vor Gericht gebracht.
Inzwischen hat Paz y Esperanza mehr als 600 Opfer des sexuellen Missbrauchs und der familiären Gewalt betreut. Ebenso hat sie die Einführung der Prävention von sexuellem Missbrauch in den offiziellen Lehrplan erreicht.
Erlebt
Erlebt
Projektleiter Abdón Camarena Rosales erzählt von Martina A.: "Die alleinerziehende Mutter, wurde von ihrem alkoholsüchtigen Bruder wiederholt geschlagen. Eines Tages bedrohte er sie mit einem Messer. Daraufhin suchte sie unser Büro in Ambo auf und bat um psychologische und rechtliche Hilfe, die sie auch erhielt. Kurz darauf wurde ihre Tochter schwanger, der Vater des Kindes liess sie im Stich. Das bereits sehr bescheidene Einkommen von Martina reichte nun nicht mehr aus. Paz y Esperanza half mit Lebensmitteln, damit sich die Frauen trotzdem gesund ernähren konnten und beantragte Hilfe des Staates für Härtefälle. Wir möchten auch erreichen, dass der Vater der kleinen Neyely für seine Tochter Alimente zahlt. Als Gegenleistung reinigte Martina wöchentlich das Zentralbüro von Paz y Esperanza in Huanuco. Diese Abmachung dauerte mehr als ein Jahr. Zudem erhielt die Familie die Unterstützung des Frauenkomitees “MUJERES CON DERECHOS” (Frauen mit Rechten). Martina wurde zur ersten Präsidentin gewählt, ihre Tochter ist Beisitzerin. Die Familie hat nicht nur in schwierigen Zeiten zusammengehalten, sondern konnte noch Hilfe an andere weitergeben.



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