Gesunde Zukunft: Eine junge peruanische Frau trägt ein Schaf über eine grüne Wiese.
Peru

Gesunde Zukunft

Pachitea ist eine der ärmsten Provinzen Perus. Kleinbauern siedeln weit zerstreut im Bergland. Sie leben vorwiegend vom Kartoffelanbau. Viele Kinder sind unter- und mangelernährt. Die Analphabetismusrate liegt mit 37,8 % weit über dem Durchschnitt Perus. 60 % der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Im Projekt werden Bäuerinnen u. a. in Gemüseanbau, Nutztierzucht und Ernährung geschult.

Erlebt: Miras Garten

Als alleinerziehende Mutter im Hochland von Peru steht Mira nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens. Neben ihrem eigenen Sohn kümmert sie sich um ihre drei Nichten. Ihre Schwester ist nicht in der Lage, für die Kinder zu sorgen.

«Ich stehe früh auf. Nach dem Waschen mache ich Frühstück für die Kinder. Dann versorge ich die Meerschweinchen und giesse den Gemüsegarten. Danach beginne ich zu kochen. Ich muss rechtzeitig mit meinen Töpfen auf dem Markt sein. Denn dort verkaufe ich fertige Gerichte. Ich habe viele Stammkunden, die meine Kochkünste schätzen. Einmal habe ich sogar den ersten Preis bei einem Kochwettbewerb gewonnen.»

Gegen Abend kommt sie nach Hause. Auch die Kinder kommen aus der Schule. Sie kochen gemeinsam mit Kartoffeln und Gemüse aus dem Garten ein Abendessen.

«Früher hatten wir nur einen kleinen Garten. Ich wusste nicht, was man alles anpflanzen kann. Und ich hatte keine Ahnung, wie die Pflanzen gepflegt werden. Eines Tages kamen Leute von EFOD bei uns vorbei. Sie stellten einige Fragen und wenige Wochen später besuchten Sie uns wieder. Sie erklärten mir, dass ich lernen könnte, einen Gemüsegarten zu bepflanzen.» Mira nahm dieses Angebot gerne an. Bald sah man sie und die Kinder regelmässig in ihrem Gemüsegarten. Die Kinder helfen beim Jäten und haben schon viel gelernt. Sie werden später ihre Familien ebenfalls mit gesundem Gemüse zu versorgen wissen.

Projektinhalt

Das Projekt beabsichtigt die Verbesserung der Lebensqualität der Bauernfamilien im Hochland Perus. Die Familien werden unterstützt bei der Erstellung von Gemüsegärten und der professionellen Aufzucht von Schafen und anderen Kleintieren. Mit Wissen über Zuchtmethoden und Veterinärwesen wird die Sterblichkeit der Tiere reduziert und die Reproduktion verbessert. Die Landbevölkerung lernt auch, auf eine ausgewogenere Ernährung zu achten.

Das Projekt fördert zudem die Einrichtung einer Handelskette. Dazu wurde eine Genossenschaft gegründet. So werden die lokalen Märkte für die Versorgung mit Gemüse und Fleisch erschlossen. Fachpersonal schult und begleitet die Bäuerinnen und Bauern beim Aufbau ihrer Organisation und bei der Verwaltung der Finanzen.

Zu den Prioritäten des Projekts gehören auch Wasserversorgung und Hygiene. Für die bessere Hygiene sorgen eine gut unterhaltene Latrine, eine rauchfreie Küche und die korrekte Aufbereitung des Trinkwassers. Zu einer sauberen Umgebung des Hauses verhelfen die getrennte Entsorgung von Abfällen und die Einrichtung von Kompostieranlagen. An den zahlreichen Schulungen nehmen vorwiegend die Frauen teil.

Partnerorganisation

TearFund-Partnerorganisation ist die Nichtregierungsorganisation EFOD (Equilibrio Ecológico Fuente de Desarrollo). Sie existiert seit dem Jahr 2000 und ist in Tingo Maria beheimatet, zwei Autostunden von Huanuco entfernt. Ihr Leiter ist der Agronom Ing. Victor Perez. EFOD arbeitet eng zusammen mit den Provinz- und den Distriktsregierungen, sowie mit der TearFund-Partnerorganisation Paz y Esperanza. Diese setzt seit 2009 in der gleichen Provinz erfolgreich ein Programm zur Verhinderung von sexueller und häuslicher Gewalt um.

Projektgebiet

Das Programm läuft in den drei Distrikten Panao, Molinos und Umari in der Provinz Pachitea in der Region Huánuco, Peru. Die Region Huánuco zählt 720'000 Einwohner und ist mit 36'886 km2 nahezu so gross wie die Schweiz. Im Süden der Region liegt die Provinz Pachitea, die im Jahr 2005 51'861 Einwohner zählte. Der Hauptort Panao liegt auf 2560 m ü. M. 75 % der Menschen in der Provinz sprechen Quechua, offizielle Landessprache ist hingegen Spanisch.

Projekt-Übersicht

LandPeru 
Gebiet

Provinz Pachitea

Schwer-
punkte

Verbessertes
Einkommen durch
Kleintierzucht und
Handel, Wissens-
vermittlung über
gesunde Ernährung

Partner

EFOD, Paz y Esperanza