Peru
Begleitung von Familien im Slum Huaycan
Im Umkreis der peruanischen Hauptstadt Lima wachsen die Armenviertel. Je weiter an der Peripherie dieser Gegenden man wohnt, desto armseliger ist das Leben. Für Familien sind die Herausforderungen riesig. Entweder arbeiten die Eltern den ganzen Tag in der Stadt oder sie resignieren und verfallen dem Alkohol. In beiden Fällen sind die Kinder auf sich alleine gestellt und die Gefahr ist gross, dass sie sich kriminellen Banden anschliessen.
Projektgebiet
Projektgebiet
TearFund-Geschäftsleiter Johannes Günthardt beschreibt seinen Eindruck vom Armenviertel Huaycan: „Zuerst fahren wir durch ein Gebiet, das schon vor einigen Jahren von Immigranten besiedelt wurde (die sogenannten Zonen A,B,C). Hier ist die Durchgangsstrasse noch geteert, es gibt einfache, solide Häuser. Bald bewegen wir uns auf einer Staubstrasse mit Schlaglöchern. Immer steiler geht es aufwärts. Wir parken und stapfen auf sandigen Trampelpfaden in das Projektgebiet, die Zonen Q,R,Z. Hier haben sich die in den letzten 2 Jahren immigrierten Familien eine Bretterbude ohne Wasser und Toilette hingestellt. Viele der Bewohner sind nirgens registriert.
Für diese Familien ist der Alltag hart. Sie lebten früher als Bauern im kühlen Hochland. Im Slum ist es heiss und eng, es herrscht eine andere Kultur. Die Eltern sind meist von morgens bis abends weg zur Arbeit im Grossraum Lima, die Kinder sind auf sich gestellt."
Partnerorganisation
Partnerorganisation
Agape entstand im Jahre 1992, als die peruanische Lehrerin Elsa Chigne damit begann, Kinder von der Strasse zu holen und sie vor sexueller Ausbeutung zu schützen. Diese Arbeit wurde unter der Leitung von Ruth Alvarado im Jahre 2005 auf das riesige Slumgebiet von Huaycan ausgeweitet. Die vielen freiwilligen Mitarbeitenden werden regelmässig geschult und professionell unterstützt.
Projektziele
Projektziele
Gefährdete Kinder erhalten eine ganzheitliche Betreuung. Sie werden von der Strasse geholt oder davor bewahrt, in Drogensucht und Kriminalität abzurutschen. Sie werden seelsorgerlich und psychologisch betreut, Familien werden gestärkt.
Zudem werden Eltern, Lehrpersonen, Amtsträger, Pastoren und Beamte für die vielfältigen Probleme in diesem Gebiet sensibilisiert, insbesondere die Gefahren der Bandenbildung oder von häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch.
Arbeitsweise
Arbeitsweise
Agape begleitet und unterstützt Familien in Huaycan auf vielfältige Weise. Von grosser Bedeutung ist die Betreuung der Kinder während der Abwesenheit der Eltern in Kindertagesstätten und Teenager-Gruppen. Dazu gehört auch Aufgabenhilfe. Eltern werden unterstützt mit Workshops und der Förderung von Kleinunternehmen durch Schulung, Begleitung und Mikrokredite.
Wesentlich bei dieser Arbeit ist die Mitarbeit von Kirchen und Freiwilligen. Die Familien werden durch die freiwilligen Mitarbeitenden besucht, gemeinsam werden die dringendsten Probleme identifiziert und entsprechend dem Bedarf erfolgt gezielte Unterstützung.
Erlebt
Erlebt
Der zwölfjährige Daniel aus Huaycan erzählt:
«Mein Vater hat die Familie verlassen. Meine Mutter kam alleine nicht mit mir und meiner Schwester zurecht. So begann ich, auf der Strasse herumzulungern und kam mit älteren Kindern in Kontakt, die Alkohol hatten. Dabei wurde ich in Prügeleien verwickelt. Meine Mutter dachte, sie würde mich verlieren.
Heute ist so vieles besser. Unsere Kirche schickte Elena bei uns vorbei, eine freiwillige Mitarbeiterin von Agape. Agape führt zum Beispiel Kurse durch, die den Menschen helfen, ihre Probleme überhaupt zu sehen und unterstützt sie dann bei der Lösung. Die Mitarbeitenden teilen Gottes Liebe mit uns. Wir gehen jetzt zur Kirche, wo unser Pastor mit Agape zusammenarbeitet. Meine Mutter möchte, dass sich unser Leben verändert. Wir beide verstehen uns jetzt viel besser, sie hilft mir sogar bei den Hausaufgaben. Ich treibe mich nun nicht mehr auf der Strasse herum und ich danke Gott für meine glückliche Familie.»
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PDF zu "Begleitung von Familien"















