Begleitung von Familien im Slum: Ein Junge und ein Mädchen spielen mit einem Fahrradreifen.
Peru

Begleitung von Familien im Slum

Rund um die Lima wachsen die Armenviertel. Das Leben dort ist armselig und für Familien besonders schwierig. Entweder arbeiten die Eltern den ganzen Tag in der Stadt oder sie resignieren und verfallen dem Alkohol. Die Kinder sind auf sich allein gestellt. Gross ist die Gefahr, dass sie sich kriminellen Banden anschliessen. Es ist deshalb dringend, dass sie von der Strasse geholt und betreut werden. Auch die Elternarbeit ist zentral.

Erlebt: Isabels Kinder lernen spielen

Isabel hat schwierige Zeiten hinter sich. Ihr Mann war gewalttätig und bedrohte sie und ihre Kinder. Die TearFund-Partnerorganisation Agape unterstützt die Familie unter anderem mit psychologischer Begleitung. Isabel ist dankbar: «Dank Agape geht es mir heute besser. Ich habe gelernt, die Aggressionen, die ich erlebt habe, nicht an meine Kinder weiterzugeben.»

Mit den Workshops erhalten die Kinder zudem eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. «Ich bin froh, dass sie dadurch nicht mehr so viel vor den Spielkonsolen in der nächsten Strasse hängen, sondern sich sportlich betätigen», strahlt Isabel. «Mein Sohn ist so begeistert vom Fussballprogramm. Er stellt jeweils seinen Wecker ganz früh und rennt dann sofort zum Fussballtraining.»

Noch immer hat Isabel aber grosse Herausforderungen zu meistern: «Meine Tochter wurde mit 16 Jahren schwanger», erzählt sie und fährt selbstkritisch weiter: «Sicher hatte das mit unseren Lebensumständen zu tun. Doch ich habe auch vieles versäumt bei ihr. Dies möchte ich nun bei meinen anderen Kindern und Enkelkindern besser machen.»

Projektinhalt

Die TearFund-Partnerorganisation Agape begleitet und unterstützt Familien im Slum Huaycan. Die Eltern sind meist weg und suchen Arbeit im Grossraum Lima. Die Kinder sind auf sich allein gestellt. Durch die Mitarbeitenden von Agape werden die Kinder seelsorgerlich und psychologisch betreut. Dies geschieht in Kindertagesstätten, Teenager-Gruppen, Sportclubs (z. B. Unihockey und Fussball) und kulturellen Angeboten. So treiben sie sich nicht mehr auf der Strasse herum, wo sie gefährdet sind, in Drogensucht und Kriminalität abzurutschen.

In allen Arbeitszweigen werden die Kinder und Jugendlichen auch auf ihre Rechte und Pflichten hingewiesen. Zudem werden Eltern, Lehrpersonen, Amtsträger, Pastoren und Beamte für die vielfältigen Probleme im Slum sensibilisiert. Dazu gehört die Gefahr von Bandenbildung, häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch. Wesentlich in diesem Projekt ist die Mitarbeit von Kirchen und Freiwilligen. Die Familien werden durch freiwillige Mitarbeitende besucht. Gemeinsam werden die dringendsten Probleme identifiziert und danach erfolgt gezielte individuelle Unterstützung.

Partnerorganisation

Agape entstand im Jahre 1992 durch die peruanische Lehrerin Elsa Chigne. Sie holte Kinder von der Strasse, um sie vor sexueller Ausbeutung zu schützen. 2005 wurde diese Arbeit unter der Leitung von Ruth Alvarado auf das riesige Slumgebiet von Huaycan ausgeweitet. Die vielen freiwilligen Mitarbeitenden werden regelmässig geschult und professionell unterstützt.

Projektgebiet

Das Armenviertel Huaycan in Lima umfasst verschiedene Bereiche. Die sogenannten Zonen A, B und C wurden schon vor einigen Jahren besiedelt. Hier gibt es einfache, solide Häuser und die Durchgangsstrasse ist geteert. Doch weiter den Berg hoch gibt es nur noch staubige, mit Schlaglöchern übersäte Pfade.

Hier liegt das Projektgebiet, in den Zonen Q, R und Z. Die in den letzten 2 Jahren immigrierten Familien leben in Bretterbuden ohne Wasser und Toiletten. Viele der Bewohner sind nirgends registriert. Für diese Familien ist der Alltag doppelt hart. Sie lebten früher als Bauern im kühlen Hochland. Im Slum aber ist es heiss und eng, es herrscht eine völlig andere Kultur.

Projekt-Übersicht

LandPeru
GebietLima

Schwerpunkte

Tagesbetreuung
für Kinder,
Begleitung von
Familien

Partner-
organisation

Verein Agape

                                                                                                                         .