
Afghanistan
Integrierte Dorfentwicklung und Basisgesundheit
In Afghanistan ist die Kinder- und Müttersterblichkeit sehr hoch. Aufgrund schlechter Hygienebedingungen sind Krankheiten verbreitet, die vermeidbar wären. Zudem sind viele Kinder unterernährt. Gemeinsam mit der jeweiligen Dorfbevölkerung erarbeitet das Projektteam der TearFund-Partnerorganisation Lösungsstrategien und vermittelt wertvolles Wissen, beispielsweise durch Gesundheitsunterricht, Alphabetisierungskurse und Schulung in Landwirtschaftstechniken. Alle diese Unterprojekte sind genau auf die Bedürfnisse des jeweiligen Dorfes ausgerichtet.
Projektgebiet
Projektgebiet
Das Projekt wird im Nord-Westen des Landes - in abgelegenen Bergdörfern in der Provinz Faryab - umgesetzt. Ziegen und Schafzucht sowie der Anbau von Weizen, Gerste und Melonen helfen der Bevölkerung zum Überleben. Doch das Einkommen in der kargen Bergwelt ist spärlich. Deshalb suchen viele Männer während der Sommerzeit als Gastarbeiter im Iran ein zusätzliches Einkommen.
Partnerorganisation
Partnerorganisation
Der lokale Partner ist die „International Assistance Mission“ (IAM). Diese christliche Organisation ist bereits seit 1966 in Afghanistan tätig. IAM hat verschiedenste Projekte in 23 Provinzen. Mehr als 300'000 Afghanen sind an den 22 Projekten von IAM beteiligt.
Projektziele
Projektziele
Durch das Projekt wird in ausgewählten Dörfern (total 45 Dörfer) ein langfristiger Entwicklungsprozess eingeleitet. Das Ziel sind verbesserte Lebensgrundlagen für alle, besonders für diejenigen Menschen, die am meisten ausgegrenzt und vernachlässigt sind. Die Projektziele sind verminderte Mütter- und Kindersterblichkeit, bessere Ernährung, Schulbildung für alle und verbesserte Einkommen - trotz Dürren und schweren Wintern.
Arbeitsweise
Arbeitsweise
Das Projektteam, bestehend aus Männern und Frauen, verbringt viel Zeit in den Projekt-Dörfern und baut eine intensive Beziehung mit den dort lebenden Menschen auf. In Gruppen, nach Geschlechtern getrennt, diskutiert das Projektteam mit den Bewohnern mögliche Ursachen der Armut und entwickelt mit ihnen Lösungsstrategien. Geeignete Dorfbewohner werden ebenfalls in dieser Animationsstrategie ausgebildet. Auf diese Weise entstehen zum Beispiel Alphabetisierungsprojekte für Frauen und Männer, Projekte zur Verbesserung des Weizenanbaues, Gesundheitsunterricht für Mütter, Mikrokredit-, Aufforstungs- und Wasserprojekte. Jedes Miniprojekt wird von der Mehrzahl der Dorfbevölkerung mitgetragen und ist auf die Bedürfnisse des jeweiligen Dorfes ausgerichtet. In der Projektumsetzungsphase fungieren die Mitglieder des Projektteams lediglich als Berater und Trainer. In jedem Projektdorf ermutigt das Projektteam die Organisation von zwei Entwicklungs-Komitees – eines für Männer und eines für Frauen. Diese Komitees sind das Kernstück des Projektes. Die Mitglieder des Komitees werden intensiv geschult. Sie treffen sich regelmässig und sind eine wichtige Brücke zwischen der Dorfbevölkerung und dem Projektteam. Zusammen mit der Bevölkerung übernehmen sie mehr und mehr die Verantwortung für die Durchführung von selbst initiierten Selbsthilfeprojekten im Dorf.
Erlebt
Erlebt
Zulaikha, 26, erzählt aus ihrem Leben:
"Ich habe sechs Kinder - vier Knaben und zwei Mädchen. Mein Mann ist vor einigen Monaten in den Iran gegangen, um dort zu arbeiten. Nun schickt er uns regelmässig Geld.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass sowohl mein ältester Sohn als auch ich einen Schreib- und Lesekurs besuchen konnten, den die Organisation IAM anbietet. Nun haben wir beide ein wenig Lesen und Schreiben gelernt. Ich konnte nämlich meinen ältesten Sohn nicht zur Schule schicken, weil ich seine Hilfe daheim brauchte.
Ich wünsche mir, dass meine Kinder studieren können und dadurch eine gute Zukunft vor sich haben."



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