
Ferien die verändern
Malawireise 2008
Bericht vom Mittwoch, 30. Juli 2008
Mittlerweile sind wir bereits mehr als eine Woche an unserem Einsatzort in Malawi. Die Zusammenarbeit mit World Relief klappt hervorragend und das ganze Team ist wohlauf und voller Tatendrang.
Die Fortschritte auf der Baustelle in Chipoka sind erfreulich. Letzte Woche wurde das Fundament des Gemeinschaftszentrums fertig gestellt und mit der ersten Lage Backsteine wurden die Raumeinteilung und die Türpositionen festgelegt. Mittlerweile wurden die Mauern bereits bis zur Unterkante der Fenster hochgezogen, natürlich wird immer wieder mit Senkblei und Wasserwaage überprüft, ob alles im Lot ist und nichts schief wird.
Viel Arbeit nötig für eine Schubkarre voller Kies
Wie die Backsteine vor Ort geformt und gebrannt werden, wurde uns bereits zu Beginn unseres Einsatzes erklärt. Wo und wie der benötigte Kies hergestellt wird, wussten wir jedoch nicht. Aus diesem Grund machten einige von unserem Team im Steinbruch, welcher auf dem Weg zur Unterkunft liegt, einen Zwischenstopp. Dort zeigte sich Überraschendes: Die Felsen werden nicht mit Maschinen zerkleinert, sondern von Hand. Ein Mitarbeiter erklärte uns, dass die Felsbrocken mit Feuer erhitzt und dann mit kaltem Wasser abgeschreckt werden. Durch die entstehenden Spannungen bersten die Felsen und es entstehen Steinbrocken, welche anschliessend so lange mit dem Hammer zerkleinert werden, bis Kies in der gewünschten Feinheit vorliegt. Um eine Schubkarre voll Kies zu erhalten, dauert es 1-2 Tage.
"Sali du", werden wir von afrikanischen Kindern begrüsst
Am vergangenen Wochenende schauten wir uns die Bauprojekte der letzten Jahre an. Wir staunten nicht schlecht, als wir von den Kindern in Naphini mit „Sali du“ und „Hoi zäme“ begrüsst wurden. So wie wir einige Wörter Chichewa gelernt haben, hatten diese Kinder beim Projekt vor zwei Jahren Schweizerdeutsch gelernt. Am Sonntag feierten wir den Gottesdienst in der Kirche in Chikumba, an welcher das letztjährige Team gearbeitet hatte. Das Gebäude hat – zusätzlich zum Gottesdienstraum – einen Raum für die Arbeit mit den Kindern und ein Sterbezimmer mit einer schlichten Bastmatte und einer Kerze. Im Gegensatz zum fröhlichen, typisch afrikanischen Gottesdienst mit Tanz und Gesang, löste das Sterbezimmer bei uns Bedrückung und Trauer aus. Wie gegenwärtig der Tod ist, erlebten wir am Montagmorgen, als viele der Mitarbeiter die Arbeit auf der Baustelle wegen einer Beerdigung unterbrachen.
Viele Gefühle
Vieles, das wir in den letzten Tagen erleben durften, hat uns gezeigt wie wichtig die Arbeit von World Relief ist. Nicht nur Aids-Prävention und die regelmässigen Gruppentreffen für Menschen, die mit HIV/Aids leben, sind wichtige Bestandteile ihrer Arbeit sondern auch die Memory-Book-Arbeiten. Das Memory-Book wird mit den Patienten erstellt, damit die Kinder nach dem Tod ihrer Eltern bleibende Erinnerungen an sie haben. In diesen Büchern werden die Geschichte der Eltern, ihre Interessen und ihre eigenen Erinnerungen an ihre Eltern und Geschwister und auch an ihre Kindheit festgehalten. Auf der Titelseite wird ein Foto der Mutter bzw. des Vaters angebracht, damit sich die Kinder später an das Aussehen ihrer Eltern erinnern können.
Die Arbeit mit den Patienten ist für uns mit vielen Emotionen verbunden. Es ist jedoch auch schön, mit diesen wunderbaren Menschen arbeiten zu dürfen, sie zu ermutigen oder einfach mit ihnen Zeit zu verbringen und ihnen zuzuhören. Oftmals werden auch wir ermutigt und durch ein strahlendes Lachen der Patienten aus unserer bedrückten Stimmung herausgerissen. Es ist erstaunlich, mit welcher Lebensfreude und Kraft diese Menschen ihrem Schicksal begegnen.

Bericht vom Donnerstag, 24. Juli 2008
Malawi ist ein Land der Gegensätze: einerseits viele fröhliche, liebenswerte Menschen, anderseits eine durch Krankheiten und Hunger gezeichnete Nation. Zusammen mit Vertretern der World Relief Organisation leisten wir einen Kurzeinsatz, der uns direkten Einblick in das Leben in Malawi gibt.
Start unseres Abenteuers
Pünktlich hob die Swiss am Samstagabend gegen 23 Uhr ab und startete Richtung Afrika: unser Abenteuer konnte beginnen. Nach einem langen, ruhigen Flug von Zürich nach Johannesburg und weiter nach Lilongwe landeten wir am Sonntagnachmittag in Malawi. Wir wurden vom World Relief Team herzlich willkommen geheissen und ins Lake Side Hotel, das direkt am Malawisee liegt, gefahren. Bei einem feinen Nachtessen tauschten wir unsere ersten Eindrücke aus, bevor wir müde in unsere Betten unter Mosikitonetzen fielen. Das Highlight des ersten Tages war die “Official Opening Ceremony” in Chipoka; wir wurden mit typisch afrikanischem Gesang begrüsst und erlebten einen überwältigenden Empfang seitens des ganzen Dorfes.
Die 'Arbeit' beginnt
Einige von uns nutzten später die freien Nachmittagsstunden für ein Bad im Malawisee, und auch erste Souvenirs wurden nach eifrigem Handeln erstanden.
Am Dienstag und Mittwoch teilte sich unser Team für die verschiedenen Einsätze auf. Nach der Ankunf in Chipoka wurde jeweils eine Bibelstunde abgehalten, an dem wir uns als Team ebenfalls beteiligen durften. Anhand des Buches Daniel werden herausfordernde Lebensprinzipien und biblische Werte in Gruppen diskutiert und vertieft. Die einen verbrachten den Morgen anschliessend mit Kinderarbeit, die anderen halfen auf der Baustelle mit, wo emsig Backsteine geschleppt, Zement gemischt und Steine aufgemauert wurden. In den nächsten zwei Monaten soll an diesem Platz ein Gemeinschaftszentrum entstehen, das vielseitig genutzt werden kann. Das gemeinsame Kochen des Lunches ist ein Erlebnis für sich: Die Frauen bereiteten auf einer einfachen Kochstelle im Freien ein Essen für rund 120 Personen zu – eine wahre Meisterleistung!
Berührende Begegnungen
Der Nachmittag war den Home Visits oder der Kinder-/Jugendarbeit gewidmet. Bei den Home Visits geht es darum, HIV/Aids-Patienten zu besuchen, ihnen durch die Botschaft von Jesus Christus Mut zu machen und sie praktisch zu unterstützen. Besonders eindrücklich war der Besuch bei einer HIV-positiven Frau, die durch den Virus erblindet ist, und zusammen mit ihrem blinden Vater, einer jüngeren, ebenfalls infiszierten Schwester und ihrem Bruder zusammen lebt. Ohne fremde Hilfe wäre für diese Familie das Fertigstellen des WC-Häuschens undenkbar gewesen - die Freude und Dankbarkeit waren denn auch gross. Bewegend ist auch die Solidarität und der Zusammenhalt unter den Teilnehmern des HIV/Aids-Programms. Distanzen von zwei Stunden Fussmarsch sind keine Seltenheit, um am Training oder an Gottesdiensten dabei zu sein. Obwohl viele Menschen mit riesigen Problemen konfrontiert sind, kann World Relief durch praktische Hilfestellung und die Verbreitung des Evangeliums lebendige Hoffnung bringen. Und wir dürfen während zwei Wochen ein Teil dieses grossartigen Werkes sein!

Erste News der Reisegruppe
Die Gruppe ist seit Sonntag in Malawi. Wir haben zwei SMS vom Leiterpaar bekommen, die ihr hier lesen könnt.
SMS vom Sonntag, 20.07.08, Ankunftstag
Wir sind ohne Problem gut angekommen und herzlich empfangen worden. Wir sind todmüde von der Reise aber glücklich. Ganz liebe Grüsse!
SMS vom Donnerstag, 24.07.08
Wir sind alle wohl auf, zwar ein bisschen müde aber glücklich. Es ist eine Supergruppe. Danke für alle Gebete. Liebe Grüsse an alle!
















