Einsätze, die verändern
Uganda-Gruppe
Am 16. Juli ist die Ugandagruppe zu ihrem Einsatz gestartet. Die Teilnehmenden haben nun ihren letzten Bericht geschrieben und werden am 6. August wieder zurück sein. Lesen Sie, wie sie ihren Einsatz erlebt haben. Und schauen Sie, was für ein tolles Resultat sie dank ihrem Einsatz erzielen konnten!

Oriletsche!
Wie geplant kamen wir um 1640 in Kitooma an, das UK-Team wurde ohne nennenswerte (eine halbe Stunde) Verspätung am Lake Bunyonyi abgeholt. Die nächsten 3 Tage (Mittwoch bis Freitag) verbrachten wir mit Arbeiten am Wassertank: Anbringen einer zweiten Mörtelschicht, Verlegen der Leitungen, Zuschaufeln des Grabens. Am Freitagnachmittag stand „review, deliberations and recommendations“ auf dem Programm. Es handelte sich dabei um einem mehrminütige Rede des Ingenieurs, auf die eine mehrminütige Rede des Dorfchefs folgte. Danach musste Dave, unser Team Leader, eine spontane Rede schwingen. Sie wurde nicht in die Lokalsprache Rukiga übersetzt, er hätte sie sich also auch ersparen können. Später machten wir mit unserem Haushüter Joël einen „kleinen“ (1,5 Stunden) Dorfrundgang. Am Samstag waren die Ingenieure abwesend, darum konnten wir nicht wie geplant am Wassertank weiterbauen. Darum vertrieben wir uns die Zeit mit Kochen und Erbsen von den Ästen trennen. Den Sonntag begannen wir mit Züpfe (von den Männern gebacken). Danach stand wieder ein Gottesdienst auf dem Programm. Es wurde Geld für die Anschaffung eines Keyboards gesammelt, obwohl das Dorf keine Stromversorgung hat und Batterien ziemlich teuer sind. Anschliessend wurde uns ein Abschiedstanz des Dorfes vorgeführt. Silas und Rahel fühlten sich heimisch und tanzten mit. Am Abend kamen der örtliche Reverend und seine Familie zu Besuch. Wir genossen zusammen ein reichhaltiges Abendessen.
Heute (Montag) verliessen wir Kitooma und reisten nach Kabale. Mittagessen gab es um 1430. Während die Frauen einkaufen, schreiben die Männer diesen Bericht (so war’s eigentlich letzte Woche geplant).
In den nächsten Tagen läuft noch: Verabschiedung mit Bischof (Dave müsste noch eine Rede vorbereiten, wird sie aber wie die Einheimischen spontan halten) , Fahrt nach Kampala mit Safari im Queen Elizabeth National Park, am Freitag folgt dann für die meisten von uns der Rückflug in die Schweiz. Einige von uns werden ein paar Tage bis ein paar Wochen Afrikaferien anhängen, Leute besuchen, Heiraten, etc. Darum ist dies unser letzter Bericht.
Unser 3. Quiz:
Sprachhindernisse: Was ist „a liter spaghetti“?
a 1 Liter Spaghetti, blöde Frage!
b Ein wenig Spaghetti.
c 1 kg Spaghetti.
Sprachhindernisse zum zweiten: Dave spielte zum Abwaschen Musik ab. Diana fragte, in welcher Sprache da gesungen werde. Es war:
a Bärndütsch.
b Züritüütsch.
c Franzöisch.
d Englisch.
Sprachhindernisse zum dritten: Was ist „babedi wäier“?
a Stacheldraht.
b Seifenblase.
c holprige Strasse.
d Nichts von dem, es ist frei erfunden.
Lösungen: 1: b, 2: d, 3: a.
Zu 1: Durch den Einfluss der Sprache Luganda velwechsern Bakiga manchmal r und l – es sollte „a little spaghetti“ heissen. Siehe das erste Wort in jedem Bericht...
Zu 2: Es handelte sich um australisches Englisch. Bakiga verstehenihr eigenes Englisch sehr viel besser als anderes Englisch. Manchmal wiederholen sie unsere Sätze nochmals mit ihrer eigenen Betonung. Laut Diana stellt Dave Kommas an komische Orte (er spricht einfach etwas langsamer als sie). Agatha wird am besten verstanden. Wir sprachen im Gottesdienst also immer Schweizerdeutsch und sie übersetzte uns auf Englisch. Diana übersetzte dann auf Rukiga, damit es die Nichtenglischsprachigen auch verstehen.
Zu 3: Dass „wäier“ wire (Draht) bedeutet, war uns sofort klar. Aber man muss mal darauf kommen, dass „babedi“ barbed bedeutet! Hier spricht man das D am Wortende wie eine Silbe aus. Sie meinten also „barbed wire“ = Stacheldraht.


Oriletsche!
In Kitooma angekommen, wurden wir von den Schulkindern mit einem kleinen Tänzchen willkommen geheissen. Anschliessend richteten wir uns in unserem neuen Heim gemütlich ein. An Komfort mangelt es uns nicht: man brachte uns sogar Metall-Bettgestelle und neue Matratzen (den Plastiküberzug des neuen Kochherds entdeckten wir nach ein paar Tagen, als er geschmolzen war...)
Am nächsten Tag stürzten wir uns in unsere blauen Overalls und die Gummistiefel und gingen auf die Baustelle. Als erstes halfen wir, dem Loch einen Rand hinzuzufügen. Dort wird später der Deckel befestigt. Am Nachmittag war frei, weil die Dorfbevölkerung sich dazu entschloss, nur am Morgen auf der Baustelle zu arbeiten. Darum besuchten wir die Primarschule, die am Ende „unseres“ Hügels liegt.Wir spielten mit den Schülern, sangen für sie und sie tanzten für uns.
Die nächsten Tage verbrachten wir damit, einen Graben vom Tank in Richtung Wasserhahn auszuheben. Das Graben und Pickeln war für uns sehr anstrengend. Doch es arbeiteten mit uns zum Teil Frauen, die ihr Kind noch am Rücken trugen oder Teenager, die gerade Sommerferien haben. Kinder hatte es auch immer auf der Baustelle, einige von ihnen halfen sogar gehörig mit. Um andere kümmerten sich unsere Mädels liebevoll. Mittlerweile ist der Graben an der tiefsten Stelle (direkt neben dem Tank) 4-5 Meter tief und etwa 20 Meter lang.
Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst in der Kirche neben unserem Haus. Am Anfang waren nebst uns etwa 10 Personen da. Im Verlauf des Gottesdienstes füllte sich die Kirche immer mehr. Wir wurden gebeten, unser Team vorzustellen, was wir auf Schweizerdeutsch taten. Dies wurde zuerst auf Englisch, dann auf Rukiga übersetzt. Wir erzählten etwas zu unserem Leitvers und sangen ihnen dann ein Lied vor. Was uns etwas irritierte: beim Opfer wurde nicht nur Geld, sondern auch Lebensmittel etc. in die Körbe gelegt. Diese wurden anschliessend versteigert. Etwa die Hälfte davon wurde von Diana, unserer Köchin eingekauft. Schliesslich hatten wir am nächsten Tag viele Gäste zu bewirten. Uns besuchte am Montag ein Team von Tearfund U.K., das in einem anderen Dorf an einen Tank für ein Gravity Flow Scheme (Quellfassung mit tieferliegenden Tanks und Zapfstellen) gebaut hatte, welchen wir in der Woche vorher besichtigt hatten. Am Nachmittag wanderten wir mit ihnen zum Lake Bunyonyi. Dort warteten wir auf ein Schiff, das uns auf Bushara Island bringen sollte. Wegen etwas Wind und ein paar Wellen kam das Schiff nicht, so warteten wir unter einem Baum auf Wetterbesserung. Dabei wurden wir von ein paar einheimischen Kindern begleitet. Einige Zeit später wurden wir doch noch zur Insel gefahren.Nach einem längeren Bestellprozedere bezogen wir unsere Schlafgelegenheit (jeweils zu zweit ein Zelt oder Cottage). Das Essen bekam leider nicht allen: etwa die Hälfte besuchte in der Nacht regelmässig eine Toilette.
Heute (Dienstag) schafften wir es, nach Kabale zu kommen: Das Boot hatte 40 Minuten Verspätung, doch der Fahrer holte die Zeit wieder auf. Wir assen in Kabale in einem Restaurant mit Buffet, was uns die Wartezeit von 1 Stunde ersparte. Jetzt wären die Frauen einkaufen gegangen, währenddem die Herren diesen Bericht schreiben. Tatsächlich warteten die Herren im Bus, während die Frauen einkauften. Jetzt warten die Frauen auf uns, bis der Bericht fertig ist. Laut Planung sollten wir um 1500 mit dem Bus von Kabale nach Kitooma fahren (eine einfache Fahrt dauert 2 Stunden) und der Fahrer sollte um 1700 schon wieder beim Landesteg sein, um das UK-Team abzuholen. Hoffentlich kommt das UK-Team noch vor Sonnenuntergang zu ihrem Nachtessen und der Fahrer noch heute nach Hause.
Unser 2. Quiz: Welche von den folgenden ugandischen Verkehrsregeln ist erfunden:
a Man fährt links, wenn man nicht rechts fährt (Linksverkehr).
b Es herrscht generell Linksvortritt.
c Um schnell zu fahren, hupt man und fährt drauflos.
d Der stärkere hat Vortritt.
Welchen Zweck erfüllen die gelben ausgezogenen Linien in der Strassenmitte?
a Man weiss, wo man fahren muss.
b Überholverbot auf der ganzen Länge.
c Als Kontrast zur besseren Erkennung von Schlaglöchern.
Lösungen: 1: b, 2: a und c

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Oriletsche!
Nach einem langen Flug und einer 1h20min-Wartezeit am Flughafen von Kigali in Ruanda (wir dachten schon, dass unser Gepäck weitergeflogen war) fuhren wir um 10 Uhr abends in einem kleinen Bus los in Richtung ruandisch-ugandische Grenze. Die Grenzformalitäten gingen relativ zügig voran: Wir füllten in Ruanda ein Ausreiseformular aus und smalltalkten während der Kontrolle mit dem Beamten (er hatte eine Kappe auf dem Kopf, fror jämmerlich und wollte wissen, ob es in der Schweiz auch so kalt werde). Nach einem kurzen Fussmarsch über die Grenze in Uganda füllten wir ein Einreiseformular aus und warteten auf den Stempel (im Hintergrund türmten sich Berge von ausgefüllten Einreiseformularen). Anschliessend fuhren wir in 20min nach Kabale, wo wir freundlichst empfangen wurden und nach einem Willkommenstrunk müde ins Bett fielen.
Quizfrage:
1 Welches Teil ist bei einem Ruandischen Auto am wichtigsten?
a Hupe
b Bremse
c Blinker
2 Welches Teil ist bei einem Ugandischen Auto am wichtigsten?
a Hupe
b Bremse
c Blinker
Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst in der örtlichen Kirche. In den 2,5 Stunden verstanden wir nicht allzuviel, aber es war trotzdem eindrücklich. Von der Fröhlichkeit der hiesigen Leute könnten sich die Kirchgänger in der Schweiz etwas abschneiden...
Am Nachmittag waren wir bei der Preisverleihung eines Wettbewerbs dabei, wo Preise für die besten selbstgebastelten Spielzeuge verliehen wurden. Verglichen mit den unglaublich kreativen Spielzeugen und dem handwerklichen Geschick der Kinder hatte es leider zuwenig Preise. Danach machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Gegend. Das Nachtessen hätte für 20 Personen gereicht.
Nach dem Morgengebet am Montag erklärte uns Reverend Reuben Hintergründe, Geschichte, Ziel, Zweck etc. des Wasser-Projekts. Nach einem kleinen Imbiss (einige von uns schlugen zu, wie wenn es ein Mittagessen wäre) unternahmen wir eine abenteuerliche Fahrt über Stock und Stein (Lehmstrasse mit viel Staub und Schlaglöchern) nach Kitooma, wo wir in den nächsten 2 Wochen beim Wassertankbau helfen werden. Unterwegs blickten und winkten uns viele Kinder nach. Im Dorf wurden wir von Reverend Albert, seiner Frau und Freunden herzlich begrüsst. Nach einer kurzen Führung durch „unser“ Haus, das wir in den nächsten 2 Wochen bewohnen werden, gab es ein Festmahl im Haus von Reverend Albert. Wir wurden mit lokalen Köstlichkeiten verwöhnt. Anschliessend besuchten wir die Kirche und die Schule. Wir störten den Schulbetrieb durch unsere blosse Anwesenheit (schliesslich kommen nicht jeden Tag 7 Massungu (Mehrzahl für Weisse) vorbei). Vor der Rückfahrt zeigte man uns das etwa 4 Meter tiefe Loch, in dem wir den Wassertank bauen werden. Je nachdem wen man fragte, wurde es von 30-60 Personen in 5-21 Tagen ausgehoben. Für uns war dies eine weitere Bestätigung, dass Albert Einstein recht hatte, als er behauptete, Zeit sei relativ (zumindest auf diesem Kontinent).
Während die Frauen beim Frisör sind, gehen die Männer ein wenig spazieren. Schliesslich kommt heute Abend der lokale Bischof zum Nachtessen. Da sollte man nicht nur schön aussehen, sondern auch einen leeren Magen haben.
Lösungen: 1c, 2a
Vorbereitungstreffen
Am TearFund Vorbereitungstreffen vom 28.Mai gab sich das Team folgendes Motto:
Let us love with action and in truth. 1.John 3.18
Innerhalb der Gruppe schauen wir zueinander.
Wir arbeiten miteinander und sind für andere da.
Die Liebe soll sich im Handeln ausdrücken.
Nebst Gruppenarbeiten lernte das Team einiges über das Wasser-Projekt, wie auch über interkulturelle Kommunikation.
Die Teilnehmenden können sich auf einen eindrücklichen Einsatz freuen. Während und nach dem Einsatz, der am 16. Juli beginnt, können hier die Berichte der Gruppe nachgelesen werden.



















